Wettlauf gegen die Zeit vor der Küste Indonesiens

Verschwundenes U-Boot: Sauerstoff für 53 Besatzungsmitglieder im Boot wird knapp!

23. April 2021 - 19:06 Uhr

Indonesien: Am Mittwochmorgen verschwand das U-Boot

Drama vor Balis Küste: Am frühen Mittwochmorgen brach der Kontakt zu dem indonesischen U-Boot "KRI Nanggala-402" ab. An Bord sind 53 Menschen. Laut Experten könnte es in 600 bis 700 Metern Tiefe liegen. Rettungstrupps suchen an insgesamt neun Orten im Meer. An einem Punkt wurde ein auffällig starkes Magnetfeld geortet. Die letzte Hoffnung für die Besatzung? Experten schätzen: Der Sauerstoff reicht nur noch bis zum frühen Samstagmorgen. Ein Wettlauf gegen die Zeit.

Ölfleck und starkes Magnetfeld entdeckt

"Rettet unsere Seeleute", titelte die Zeitung "Jakarta Post". Die Uhr ticke. "Jede Sekunde zählt in dieser Rettungsoperation." Experten schätzen: Der Sauerstoff für die 53 Menschen an Bord könnte nur noch bis Samstagmorgen reichen. Der Kontakt zu der Ende der 1970er Jahre in Deutschland gebauten "KRI Nanggala-402" war am frühen Mittwochmorgen abgerissen. Seither sucht die indonesische Marine mit Hilfe anderer Länder unermüdlich nach dem Schiff.

Das U-Boot werde in der Nähe des Ortes Celukan Bawang im Norden der Insel vermutet, hieß es am Nachmittag. Die Suche konzentriere sich auf ein Gebiet etwa 40 Kilometer vor der Küste, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Achmad Riad. Das U-Boot war in seinem Heimathafen Surabaya auf der Hauptinsel Java in See gestochen und befand sich zu dem Zeitpunkt seines Verschwindens etwa 95 Kilometer nördlich von Bali.

Das Verteidigungsministerium in Jakarta hatte am Mittwoch mitgeteilt, Helikopter hätten einen Ölfleck im Meer entdeckt - ungefähr an der Stelle, an dem es zuletzt Kontakt zu dem U-Boot gab. Der Treibstofftank des Schiffes könnte durch Wasserdruck beschädigt worden sein, hieß es. An genau dieser Stelle soll jetzt auch das starke Magnetfeld registriert worden sein. Ein kleiner Hoffnungsschimmer?

Drei Mitglieder des indonesischen Militärs sprechen vor Bildern des indonesischen Marine-U-Boots über mögliche Standpunkte.
Drei Mitglieder des indonesischen Militärs sprechen vor Bildern des indonesischen Marine-U-Boots über mögliche Standpunkte.
© dpa, Firdia Lisnawati, FL ost

Schiff könnte in der Tiefe zu hohem Druck ausgesetzt sein

Bedrückender Fakt: Eigentlich ist das Schiff dafür gebaut, bis zu 500 Meter tief zu tauchen, das sagte Militärsprecher Julius Widjojono. Die "KRI Nanggala-402" wird allerdings in 600 bis 700 Metern Tiefe vermutet. Hier herrscht ein viel höherer Druck – für den ist das U-Boot eigentlich nicht standfest genug.

Es würden 21 Kriegsschiffe, darunter ein U-Boot eingesetzt, um möglichst schnell einen Sucherfolg zu erzielen, so Riad. Auch mehrere zivile Schiffe mit Sonartechnik und ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen an Bord würden das Meer absuchen. Singapur, Malaysia, Australien, Indien und die USA hätten ebenfalls Schiffe und Flugzeuge geschickt.