Wegen ICE-Schubser

Twitterkrieg zwischen Oliver Pocher und AfD

Bei den Tweets der AfD verstand Comedian Oliver Pocher keinen Spaß mehr
Bei den Tweets der AfD verstand Comedian Oliver Pocher keinen Spaß mehr
© imago/Future Image, Clemens Niehaus, imago stock&people

31. Juli 2019 - 12:59 Uhr

Bei diesem Thema ist für ihn Schluss mit lustig!

Comedian Oliver Pocher (41) legte sich bei Twitter gleich mit drei Politikern der AfD an. Grund: Die Wahnsinnstat des mutmaßlichen ICE-Schubsers Habte A. aus Eritrea. Am Frankfurter Hauptbahnhof hat der 40-jährige Familienvater einen achtjährigen Jungen vor einen fahrenden Zug gestoßen. Seine Mutter musste miterleben, wie ihr Sohn starb. Alice Weidel, Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag, fragte nach der Tat polemisch bei Twitter: "An Entsetzlichkeit ist diese Tat kaum mehr zu überbieten - was muss noch passieren?" Weidel dann weiter: "Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzlosen Willkommenskultur!" Zuviel für Pocher. Dem sonst so lustigen TV-Star (u.a. "Let's Dance") platzte der Kragen.

"Einfach nur gefühlskalter Abschaum"

"Die Herkunft des Täters mit dieser Straftat in Verbindung zu bringen, um hier rechtspopulistische Weisheiten zu verbreiten ist einfach nur dumm und ekelhaft." Der Auftakt eines viralen Schlagabtausches. Denn die AfD Berlin twitterte daraufhin: "Sehr christlich von Oliver Pocher sich um den Leumund eines Kindermörders zu kümmern." Antwort Pocher: "Inhaltlich komplett falsch! Aber in Tatsachen verdrehen kennt Ihr Euch ja aus. Ihr seid auch keine Alternative für Deutschland sondern einfach nur gefühlskalter Abschaum." Pocher forderte den Absender auch auf, seinen eigenen Namen zu nennen. Und der gab sich zu erkennen. Karsten Woldeit, stellvertretender Vorsitzender und Innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin. Seine erneut polemische Frage an Pocher: "Ich bekomme als Innenpolitiker mit, was läuft. Wie sieht es bei Ihnen aus?" Pochers Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

"Feiner Unterschied zwischen Meinung und Hetze"

"Sehr gut! Danke der Nachfrage. Sie können ja gerne zu ihrer Meinung stehen...aber es gibt einen feinen Unterschied zwischen Meinung und Hetze." Danach knöpfte sich Pocher auch noch die AfD-Bundestagsabgeordnete Verena Hartmann vor. Die hatte getwittert: "Frau Merkel, was wollen Sie uns noch antun? Sie werden nie wissen, was es bedeutet, Mutter zu sein, weder für ein Kind, noch für dieses Land! Aber ich verfluche den Tag ihrer Geburt!" Pocher polterte erneut los: "Solange solche Abgeordneten, die 'den Tag der Geburt von Frau Merkel verfluchen' im Bundestag für die AFD sitzen, brauch man mit Euch nicht diskutieren...oder können Sie sich von so einer Beleidigung mal deutlich distanzieren!?" Ob die AfD das wirklich tut? RTL wird sowohl die Partei als auch Pocher zu ihrem Twitterkrieg befragen. Auf die Antworten dürfen wir gespannt sein.

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