Nach Faktencheck

Twitter kennzeichnet Trump-Tweet als nicht glaubwürdig

US-Präsident Trump
© dpa, Evan Vucci, EV pat

27. Mai 2020 - 8:47 Uhr

Twitter markierte Kurznachricht von US-Präsident Trump als womöglich falsch

Vor Wochen hatte der Onlinedienst Twitter angekündigt, Seiten zukünftig auf richtige Fakten zu checken. Das wurde jetzt dem Präsidenten der Vereinigten Staaten zum Verhängnis. Der US-Kurznachrichtendienst Twitter hat am Dienstag zum ersten Mal einen Tweet des US-Präsidenten Donald Trump mit einem Warnhinweis vor möglichen falschen Fakten versehen.

Trump hat mehr als 80 Millionen Follower auf Twitter

Trump, der mehr als 80 Millionen Follower auf Twitter hat, schrieb zu Beginn des Tages, dass eine Briefwahl "im Wesentlichen betrügerisch" sei und zu einer "manipulierten Wahl" führen würde. Twitter markierte die Aussage mit einem blauen Ausrufezeichen, das den Leser auffordert, "Fakten über die Abstimmung per Brief zu erhalten" und mit einem Klick auf eine Seite mit weiteren Informationen führt. Dort heißt es beispielweise in einer Überschrift: "Trump macht unbegründete Behauptung, dass Briefwahlstimmen zu Wahlbetrug führen".

Es folgt ein Abschnitt "Was Sie wissen müssen" und behandelt drei konkrete Behauptungen aus den Trump-Tweets. Twitter sagte, die Warnungen für den Leser, die Fakten zu überprüfen, sei eine Erweiterung der neuen Richtlinie zur Vermeidung irreführender Informationen. Sie wurde Anfang des Monats eingeführt, um Fehlinformationen über das Coronavirus zu bekämpfen. Der Kurznachrichtendienst erklärte damals, dass sie die Covid-19-Regeln auch auf andere Arten strittiger oder irreführender Aussagen ausdehnen werde.

Trump beschuldigt Twitter, sich in die Präsidentschaftswahlen einzumischen

Trump warf daraufhin dem Social-Media-Unternehmen auf dessen Plattform vor, sich in die Präsidentschaftswahlen 2020 einzumischen: "Twitter unterdrückt die freie Meinungsäußerung und ich, als Präsident, werde es nicht zulassen, dass das passiert!"

Trump postete den gleichen Text über das Briefwahlsystem auch auf seiner offiziellen Facebook-Seite, wo der Beitrag 170.000 Reaktionen erhielt und 17.000 Mal geteilt wurde. Nach Facebook-Richtlinien müssen Inhalte entfernt werden, die Methoden der Stimmabgabe oder Wählerregistrierung falsch darstellen - aber in diesem Fall ließ das Unternehmen den Post unberührt. "Wir glauben, dass die Menschen in der Lage sein sollten, eine Debatte über den Wahlprozess zu führen, weshalb wir unsere Richtlinien so auslegen, dass sie sich auf falsche Darstellungen konzentrieren, die die Abstimmung stören würden", sagte ein Unternehmenssprecher