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Wirbel um Verschwörungsbewegung

TV-Dokumentation: Hat sich der Initiator von QAnon verplappert und als "Q" geoutet?

TV-Dokumentation: Hat sich der Initiator von QAnon verplappert und als "Q" geoutet?
TV-Dokumentation: Hat sich der Initiator von QAnon verplappert und als "Q" geoutet?
© Wikipedia/Ron Watkins

08. April 2021 - 17:28 Uhr

Steckt ER hinter QAnon?

QAnon ist eine der bekanntesten Verschwörungserzählungen der vergangenen Jahre, die in den USA seit 2017 kursiert. Zuletzt war sie durch den Sturm auf das US-Kapitol ins öffentliche Bewusstsein gerückt, weil sich Beteiligte als Anhänger der Bewegung zu erkennen gegeben haben. Jetzt behauptet eine Dokumentation des amerikanischen Programmanbieters HBO, die Identität von "Q" enthüllt zu haben. Angeblich weil sich einer der Protagonisten verplappert haben soll, wie verschiedenen US-Medien berichten.

Wer ist "Q"?

Die Bezeichnung QAnon leitet sich von dem Pseudonym ab, unter dem ein Unbekannter die Verschwörungstheorien in den Internetforen "4chan" und später "8kun" verbreitet. Er behauptet, als hochrangiger Regierungsmitarbeiter geheime Dokumente einsehen zu können und versorgt das Internet mit kryptischen Informationen, die er mit dem Buchstaben "Q" unterschreibt. Wer dahinter steckt, ist bisher nicht bekannt.

Jetzt will Filmemacher Cullen Hoback im Rahmen der mehrteiligen HBO-Dokumentation "Q: Into the Storm" das Geheimnis gelüftet haben. Für die Filme interviewte er verschiedene Personen, die auf den Plattformen wichtige Positionen inne hatten. Darunter den 8kun-Betreiber Jim Watkins und dessen Sohn Ron. Diesem soll der Ausrutscher passiert sein, als er erzählte, wie er nach Donald Trumps Wahlniederlage Verschwörungstheorien über einen vermeintlichen Betrug bei der Wahl in Umlauf gebracht habe. Danach betonte er Medienberichten zufolge mehrfach, dies aber nicht als "Q" getan zu haben. "Niemals als Q. Ich verspreche es. Ich bin nicht Q", zitiert "Vice News" aus der Dokumentation. Für den Filmemacher ein Indiz, dass Ronald "Ron" Watkins dahinter stecken könnte. Seit Dezember 2020 hat "Q" inzwischen nichts mehr gepostet.

Was ist QAnon?

QAnon ist ein im Internet geborener Verschwörungsglauben. Die verkürzte, in unterschiedlichsten Varianten verbreitete Geschichte geht in etwa so: Ein mit den höchsten Kreisen verknüpfter Geheimbund aus Hollywoodschauspielern, Politikern und jüdischen Bankiers hält Tausende entführter Kinder in Kellern und Tunnelsystemen gefangen. Dort erleiden sie satanische Folterrituale, in denen ihnen Blut abgenommen wird.

Es gibt Variationen: Die Kinder werden demnach als Sexsklaven gehandelt oder ihr Blut, aus dem ein Stoff namens Adrenochrom ausgepresst wird, wird für ein der Elite vorbehaltenes Supermedikament verwendet, eine Art Lebenselixier. Das klingt völlig verrückt, aber: Umfragen zufolge glaubt etwa die Hälfte von Donald Trumps Wählerschaft zumindest teilweise daran.

Wie gefährlich ist QAnon?

Es ist vor allem eine Sache, die die Bewegung gefährlich macht: Die totale Ablehnung des politischen Systems. Viele Anhänger sind in Bürgermilizen aktiv und schwer bewaffnet. Außerdem kann QAnon auf eine breite Unterstützung in der Bevölkerung zählen. Die Bewegung hat Experten zufolge weltweit inzwischen mehr als eine Millionen Anhänger.

QAnon-Aussteigerin Melissa Lively berichtete im Januar exklusiv bei RTL, wie der Verschwörungswahn ihr Leben zerstörte und wie sie dem Kult entkommen konnte.

Auch in Deutschland spielt QAnon eine immer größere Rolle. "Seit Anfang April 2020, also mit der Corona-Krise, schwappt das ganz stark nach Europa", sagt Andre Wolf, Sprecher des Vereins Mimikama, der über Falschinformationen im Netz aufklärt. Dabei weichen die Anhänger der Verschwörungstheorien zunehmend von großen Netzwerken wie Facebook und WhatsApp zum Messengerdienst Telegram aus, wo es praktisch keine Regeln gibt.

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