2018 M11 20 - 12:53 Uhr

Müller ein Auslaufmodell

Es hätte ein Feiertag in der großartigen Karriere von Thomas Müller sein sollen. Doch ausgerechnet in seinem 100. Länderspiel wurde klar: Müller ist mit seinen 29 Jahren bereits ein Auslaufmodell. Die "Turbo-Mopeds" haben ihn abgehängt.

Trauriges Jubiläum

Als 14. Fußballer in der DFB-Geschichte knackte der Bayern-Angreifer beim 2:2 gegen die Niederlande die 100-Spiele-Marke. Ausgerechnet bei diesem Meilenstein bekam er vor Augen geführt, dass er höchstens noch die zweite Geige spielt. "Es ist die bittere Pille, die ich schlucken muss", sagte Müller: "Die Kollegen haben mir gratuliert und der Bundestrainer auch."

Von der Bank aus hatte er beste Sicht auf das Turbo-Trio Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner, das in der ersten Halbzeit "Oranje" auseinandernahm. Nach seiner Einwechslung in der 67. Minute agierte Müller genauso fahrig und wirkungslos wie schon seit Monaten. Dass die DFB-Elf in der Schlussphase eine 2:0-Führung verspielte, hatte mehr als Symbolcharakter.

"Nicht das Jahr des Thomas Müller"

Er fühle sich "ein bisschen wie im schlechten Film", sagte der Weltmeister von 2014. Eigentlich passte das Spiel aber perfekt ins Bild: Es müllert nicht mehr. Bundestrainer Joachim Löw schien sogar Mitleid zu haben: "Das ganze Jahr war nicht das Jahr des Thomas Müller." Ein Tor hat der einstige Weltklasse-Angreifer 2018 im DFB-Trikot erzielt.

Wird Müller der "neue" Podolski?

Als "Energiegeber" wie einst Lukas Podolski hat Löw ihn zwar noch immer gerne im Kader, auf dem Platz vertraut er aber den drei "Mopeds" Sané, Gnabry und Werner. Müller zeigt dafür Verständnis: "Wenn wir die drei ins Umschaltspiel bekommen, können wir dem Gegner wehtun."

Davon ist er selbst momentan weit entfernt. Mit einer starken Aktion leitete er eine Sané-Chance ein, ansonsten blieben von seinem Jubiläumsspiel vor allem Fehlpässe, falsche Laufwege und fehlendes Selbstvertrauen in Erinnerung. Der "Raumdeuter" läuft ins Abseits.

Dementsprechend hatte der Torjäger a.D. auch keine Lust auf seine Belohnung. Das von Löw versprochene Weizenbier schlug er aus. "Dafür war die Stimmung jetzt nicht so super", sagte Müller.