Drama nicht nur auf dem Platz

Tumultartige Szenen nach dem Relegationsspiel in Ingolstadt

FC Ingolstadt 04 - 1. FC Nürnberg
© dpa, Matthias Balk, mbk

12. Juli 2020 - 11:26 Uhr

Offene Beleidigungen nach Spielende

Das Relegations-Rückspiel zwischen dem FC Nürnberg und dem FC Ingolstadt (1:3) war alleine sportlich gesehen bereits ein Spektakel, doch mit Abpfiff waren die Gemüter längst noch nicht abgekühlt. Es kam zu Tumulten und Beleidigungen zwischen beiden Mannschaften, beinahe wäre es zu einer Massen-Schlägerei gekommen. Vor allem bei einem Profi kochten die Emotionen über.

Kutschke will sich mit FCN-Trainer prügeln

Der Grund für die Auseinandersetzungen: Das entscheidende Tor für die Nürnberger fiel in der sechsten Minute der Nachspielzeit, es wurden allerdings nur fünf Minuten extra angezeigt. Als logisches Opfer der Ingolstädter Wut käme daher eigentlich der verantwortliche Schiedsrichter Christian Dingert infrage. Stattdessen stand aber Gäste-Trainer Michael Wiesinger im Zentrum der Kritik.

Bei FCI-Stürmer Stefan Kutschke lagen die Nerven derart blank, dass er Wiesinger im Kabinentrakt mit Schlägen drohte. "Komm hier rein und sei ein Mann!", schrie der 31-Jährige den Nürnberger Trainer an. Nur durch das Einschreiten von diversen Betreuern konnte eine Schlägerei verhindert werden.

Nächstes Relegationstrauma für den FC Ingolstadt

Nürnberg feiert das späte Tor zum Klassenerhalt
Bereits zum zweiten Mal in Folge jubelt der Gegner im Ingolstädter Stadion über den Sieg in der Relegation
© imago images/Zink, Sportfoto Zink / Daniel Marr via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Kurtschkes Trainer Thomas Oral machte es besser und äußerte sich sachlich zum Scheitern in der Relegation, doch auch er war sichtlich verärgert über das späte Gegentor: "Da geht es drunter und drüber in der letzten Minute. Fakt ist, dass wir eine Nachspielzeit hatten, die für mich unverständlich ist. Das ist natürlich brutal."

Ingolstadt und die Relegation, das wird keine Liebesbeziehung mehr. Bereits in der vergangenen Saison scheiterten die Schanzer dort, damals noch als Zweitligist, gegen Wehen Wiesbaden. Nach einem souveränen Hinspielsieg bekam der FCI im Rückspiel zittrige Beine und verspielte den sicher geglaubten Klassenerhalt. In diesem Jahr wäre es um ein Haar genau umkehrt gelaufen – oder besser gesagt um eine Minute.