"Verhalten der meisten Urlauber sei tadellos"

TUI kritisiert Malle-Reisewarnung als übertrieben

Diese Busse am Flughafen in Palma könnten bald wieder still stehen.
Diese Busse am Flughafen in Palma könnten bald wieder still stehen.
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17. August 2020 - 9:38 Uhr

30.000 deutsche Pauschalurlauber derzeit auf den Balearen

Am Freitag wurden das spanische Festland und die Balearen vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Risikogebiet erklärt. Neben der spanischen Tourismusbranche trifft es besonders Urlauber hart, die gerade eine Reise aufs spanische Festland oder auf die Balearen geplant haben, oder sogar schon vor Ort sind. Der Tourismuskonzern TUI hält die Reisewarnung für ganz Mallorca für falsch. Das sagte Thomas Ellerbeck, der für Politik und Kommunikation zuständige Manager TUIs, gegenüber der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

"Regionale Reisewarnung wäre besser"

"Wir bedauern, das es nun eine Reisewarnung für ganz Mallorca gibt. Besser wäre eine regionale Reisewarnung für Palma, Magaluf oder andere Orte, wo erhöhte Fallzahlen festgestellt worden seien." sagt Ellerbek. "Die meisten Urlauber sind sehr verantwortungsvoll und halten sich an die Regeln."

Die pauschale Warnung sei auch deshalb fragwürdig, weil große Teile der Insel von der Pandemie nur minimal betroffen seien. Es habe in keinem Hotel der TUI auf Mallorca einen Vorfall gegeben. Der Konzern und auch der Deutsche Reiseverband (DRV) erklärten, sie hofften auf ein baldiges Ende der Reisewarnung.

TUI bittet Urlauber vor Ort, innerhalb von 7 Tagen zurückzureisen

Tui hatte kurz nach der Reisewarnung reagiert und die ab vergangenem Samstag geplanten Pauschalreisen abgesagt. Die gelte zunächst für Reisen, die bis einschließlich dem 24. August als Abreisedatum gebucht wurden. Es werden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten. TUI bietet zudem an, Reisende, die sich bereits in betroffenen Feriengebieten befinden, früher als geplant zurückzuholen. "Aufgrund des veränderten Reise- und Sicherheitshinweises des Auswärtigen Amtes ist eine Weiterführung Ihres Urlaubes in Ihrer aktuellen Urlaubsregion nicht möglich", erklärt TUI auf seiner Internetseite.

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Einnahmen lagen bis Ende Mai bei fast Null

Für Mallorca bedeutet die Reisewarnung einen weiteren Schlag in einem ohnehin schwierigen Jahr: Im vergangenen Rekord-Jahr kamen mehr als 16 Millionen in- und ausländische Urlauber auf die Balearen-Inseln, zu denen auch Mallorca gehört. Die Einnahmen lagen bei mehr als 16 Milliarden Euro. Dieses Jahr lagen die Einnahmen bis Ende Mai wegen des Lockdowns nahe null.

Ab Juni durften wieder Urlauber aus der EU und Schengenstaaten einreisen. Aber es kamen nur wenige und die Einnahmen waren wie ein Tropfen auf den heißen Stein: knapp 43,5 Millionen Euro, ein Minus im Vergleich zum Vorjahresmonat von gut 98 Prozent. Zugleich liefen die Kosten für die Tourismusbetriebe weiter.

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen auf den Balearen stark gestiegen. Sie überstiegen den für die Einschätzung als Risikogebiet geltenden Grenzwert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen deutlich.