TÜV-Test: Leitungswasser voller Keime

Auch Schulen betroffen

Ausgerechnet in den Wasserleitungen öffentlicher Gebäude sprudeln die Keime. Das hat der TÜV Rheinland in einem bundesweiten Trinkwassertest in zehn deutschen Städten festgestellt. Zum Beispiel in Bahnhofs- oder Krankenhaustoiletten ist das Trinkwasser den Untersuchungen zufolge teilweise stark mikrobiologisch verkeimt.

Ausgerechnet in den Wasserleitungen öffentlicher Gebäude sprudeln die Keime.
Das Trinkwasser in öffentlichen Gebäuden ist häufig stark verkeimt. © picture-alliance/ dpa, Maxppp Jean Francois Frey

Die Experten haben Wasser aus 50 Hähnen in zehn deutschen Großstädten unter die Lupe genommen. Unter anderem in Behörden, Schulen und Kliniken. In jeder zweiten Probe waren gesundheitsschädliche Bakterien.

Kaputte Leitungen oder auch Rückverkeimungen durch stehendes oder nur langsam fließendes Wasser können Gründe für diese starken Verkeimungen sein. Auch mangelnde Hygiene, wie bei schlecht gereinigten Wasserhähnen, kann zu einer bakterieller Belastung führen.

Wasser erst laufen lassen

Einige Proben wiesen coliforme Bakterien auf, die Durchfall und Erbrechen verursachen können. Legionellen, die zu lebensbedrohlichen Lungenerkrankungen führen können, wurden viermal gefunden. Auf Krankenhauskeime, sogenannte Pseudomonaden, die zu entzündlichen Reaktionen im Körper führen, stießen die Tester zweimal. Durch Bakterien im Wasser entstehen koloniebildende Einheiten (KBE). Laut Trinkwasserverordnung sind 100 KBE pro Milliliter erlaubt. In einer besonders stark verkeimten Probe fanden sich jedoch circa 800 KBE.

“Für Menschen mit geschwächtem Immunsystem können diese Belastungen eine Gesundheitsgefährdung darstellen“, sagt Walter Dormagen, Experte für Mikrobiologie beim TÜV Rheinland. Besonders bei Legionellen bestehe akuter Handlungsbedarf. Die betroffenen Gebäudebetreiber wurden bereits informiert.

Zur Verbesserung der Hygiene raten Experten, das Wasser erst kurz laufen zu lassen, bevor man es entnimmt. Auch sollte regelmäßig Wasser aus allen Hähnen fließen, um einen Stillstand in den Leitungen zu verhindern. Die Vorlauftemperatur von Warmwasser sollte auf mindestens 50 Grad eingestellt werden, um das Bakterienwachstum zu hemmen.

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"Unter uns"-Folge vom 10.12.2018

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