8. Juli 2018 - 18:39 Uhr

Auch ein Papagei, ein Krokodil und Kaninchen sind dabei

Ein Shisha-Café in Istanbul lockt seine Kunden mit einem ganz speziellen "Abenteuer": Während sie frühstücken, können sie zeitgleich auch eine Löwin füttern - das Raubtier lebt nämlich dort in einem Glaskasten. Tierschützer sind alarmiert, auch "Peta" wird jetzt aktiv - nachdem die Organisation zahlreiche Beschwerde-E-Mails über das Treiben der Verantwortlichen bekam.

Wildtiere - umgeben von Rauch, lauter Musik und spielenden Kindern

Im "Mevzoo" in Istanbul gibt es nicht nur Shisha, Getränke und Essen - Gäste können dort auch Wildtiere beobachten. Das Café, welches eine Lizenz als "Rehabilitationszentrum" besitzen soll, lässt neben der Löwin auch noch einen Papagei, mehrere Flamingos, Schlangen, ein Krokodil und ein Pferd die Gäste bespaßen. Zwar heißt es, dass die "Khaleesi" genannte Löwin über eine Treppe auch andere Stockwerke des Restaurants betreten kann, aber von echten Rückzugsmöglichkeiten oder gar Auslauf kann keine Rede sein. Denn alle Treppen und ihr zugänglichen Räume befinden sich hinter Glas, und der Kasten, in dem Khaleesi steckt, steht mitten unter Menschen - umgeben von lauter Musik, Shisha-Rauch und neugierigen Augen.

Das Veterinäramt in Istanbul wurde bereits verständigt, doch der Besitzer konnte tatsächlich eine gültige Lizenz für das Halten von Wildtieren vorweisen. Dennoch war man über die Haltung der Löwin derart erbost, dass der Leiter des Veterinäramts, Okan Senel, twitterte, dass in Istanbul "mitten in einem Café und unter dem Deckmantel eines Rehabilitationszentrums tagtäglich offen Tiere gequält werden."

Eine Petition soll die Gefangenschaft der Tiere beenden

Inzwischen hat sich auch der türkische Minister für Wald- und Wasserwirtschaft eingeschaltet, nachdem der Social-Media-Druck immer stärker wurde. Denn das Café hat die Lizenz für den Zoo, der sich im Keller des Cafés befindet und den Titel "Rehabilitationszentrum" von seinem Ministerium bekommen. Ein offizielles Statement gab es zu dem Fall bisher nicht. Ebensowenig hat sich der Besitzer des Cafés geäußert.

Im Interview mit der britischen Zeitung "The Independent" sagte Okan Senel, dass erneut Mitarbeiter der dafür zuständigen Behörde im "Mevzoo" waren - der Besitzer hat jetzt drei Monate Zeit, den Glaskasten abzubauen. Aber was mit dem Zoo im Keller passieren wird, ist noch ungewiss. Immerhin wurde jetzt eine Petition ins Leben gerufen, die das traurige Leben von Khaleesi und ihren Leidensgenossen retten soll.