Türkei: Zahlreiche Polizisten wegen Spionageverdacht festgenommen

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird als Sieger der ersten Direktwahl eines Staatsoberhauptes in der Türkei erwartet.
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wird als Sieger der ersten Direktwahl eines Staatsoberhauptes in der Türkei erwartet.
REUTERS, UMIT BEKTAS

Wenige Tage vor der Präsidentenwahl sind in der Türkei Medienberichten zufolge erneut Dutzende hochrangige Polizisten wegen des Vorwurfs der

Spionage festgenommen worden. Ihnen werde zur Last gelegt, Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und dessen inneren Führungszirkel ausspioniert und Telefone abgehört zu haben, meldete der staatliche Sender 'TRT'.

Mindestens 25 Polizeioffiziere seien in 14 Provinzen in Haft genommen worden. Die jüngste landesweite Festnahmewelle hatte am 22. Juli

begonnen. Seither sitzen noch 31 Polizeioffiziere in Untersuchungshaft. Ihnen wird unter anderem auch Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Am Sonntag wird in der Türkei ein neuer Präsident gewählt. Es wird erwartet, dass Erdogan als Sieger aus dieser ersten Direktwahl eines Staatsoberhauptes in der Türkei hervorgehen wird. Kritiker des konservativen Politikers fürchten, dass dieser als Präsident seine Macht weiter ausbaut. Erdogan ging während seiner Regierungszeit hart gegen regierungskritische Demonstranten vor und hat reihenweise Juristen und Polizisten aus dem Staatsdienst entlassen. Er wirft dem islamischen

Kleriker Fetullah Gülen mit Sitz in den USA vor, einen Parallelstaat aufbauen zu wollen. Türkischen Medienberichten zufolge sollten die jüngsten Festnahmen und Polizeirazzien dazu dienen, die von Erdogan vermuteten Parallelstrukturen aufzubrechen.