Türkei: Tausende syrische Flüchtlingskinder betteln auf der Straße

12. April 2014 - 13:43 Uhr

RTL-Reporterin Nadja Kriewald in Istanbul

Millionen Syrer haben seit Beginn des Bürgerkrieges vor mehr als drei Jahren ihre Heimat verlassen und sich in den Libanon, nach Jordanien und in die Türkei gerettet. Doch auch dort müssen die Flüchtlinge jeden Tag um ihren Lebensunterhalt kämpfen. Statt zur Schule gehen zu können, betteln die Flüchtlingskinder für ihre Familien auf der Straße.

20.000 syrische Kinder müssen betteln
RTL Reporterin Nadja Kriewald in Istanbul

In der Türkei wird die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Land auf eine Million geschätzt. RTL-Reporterin Nadja Kriewald hat in Istanbul syrische Flüchtlingsfamilien getroffen und ihren Alltag miterlebt. Sie berichtet: "Viele von ihnen sind nicht registriert, sind illegal über die Grenze gekommen und wollen auch nicht in eines der Flüchtlingslager. Wenn sie ankommen, dann zieht es sie in die großen Städte wie hier nach Istanbul auf der Suche nach Arbeit."

Betteln statt Spielen

Für die Kinder hat diese Entscheidung jedoch fatale Auswirkungen. Denn eine Schule gibt es für sie nur in den Flüchtlingslagern. In Istanbul gehen deshalb viele der syrischen Kinder tagsüber auf den Einkaufsstraßen in der Innenstadt betteln, um zum Familienunterhalt beizutragen.

Der ehrenamtliche türkische Streetworker Abdul Kadir schätzt, dass es derzeit rund 20.000 syrische Flüchtlingskinder allein in Istanbul gibt, die zusammen mit ihren Familien in die Türkei gekommen sind. Doch anstatt dort nach den Kriegserfahrungen in ihrer Heimat eine unbeschwerte Kindheit verbringen zu können, müssen sie täglich Passanten um Geld anbetteln. Dabei sind sie immer auf der Hut vor der Polizei. Denn eine Polizeieinheit spezialisiert auf Straßenkinder überwacht die Straßen der Stadt. Werden die Kinder mehrfach dort aufgegriffen, droht ihnen die Unterbringung im Kinderheim.