Erdogan öffnete Türkei-EU-Grenze

Mehr als 75.000 Migranten in EU eingereist

01.03.2020, Türkei, Edirne: Migranten gehen zu Fuß, um das Grenztor von Pazarakule an der türkisch-griechischen Grenze zu erreichen. Die Türkei hat nach eigenen Angaben mehr als 75 000 Migranten die Grenze Richtung EU passieren lassen. Foto: Emre Taz
Migranten an der griechisch-türkischen Grenze
TS dul, dpa, Emre Tazegul

76.358 Migranten passierten die Grenze Richtung EU

Die Türkei hat nach eigenen Angaben mehr als 75.000 Migranten die Grenze Richtung EU passieren lassen. Bis zum Sonntagmorgen gegen 10:00 Uhr Ortszeit hätten 76.358 Migranten über die Provinz Edirne die Grenze passiert, teilte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Sonntag via Twitter mit. In der Provinz Edirne gibt es Grenzübergänge nach Griechenland und nach Bulgarien. Allerdings berichteten zunächst weder Sofia noch Athen über das Eintreffen größerer Zahlen von Migranten.

Nach Angaben des Migrationsministeriums in Athen von Sonntag hinderte die griechische Polizei bislang 9.600 Migranten daran, die Grenze zu überqueren. Zudem verstärkte das Land seine Einheiten an der Grenze.

Auf der türkischen Seite harren nach Angaben der UN-Organisation für Migration (IOM) mehr als 13.000 Menschen aus. Sie hoffen, in die EU zu gelangen, nachdem die Türkei deutlich gemacht hat, dass sie Migranten nicht mehr aufhält. Die Türkei hat nach aktuellen UN-Angaben rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen, hinzu kommen Migranten aus Afghanistan und dem Irak.

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Mehr als 200 Migranten auf griechischer Insel Lesbos angekommen

Der Migrantenzustrom aus der Türkei nimmt auch in der Ägäis zu. Allein auf der Insel Lesbos seien am Sonntagvormittag 220 Migranten angekommen, berichtete die griechische halbamtliche Nachrichtenagentur ANA MPA unter Berufung auf die Küstenwache.

Im Nordosten Griechenlands am Grenzfluss Evros haben griechische Polizisten und das Militär nach Athener Regierungsangaben bislang 9.600 Migranten daran gehindert, die Grenze zu überqueren und damit in die EU zu kommen.

Die griechische Grenzpolizei und Sondereinheiten der Bereitschaftspolizei hatten am Freitag und Samstag Tränengas und Blendgranaten eingesetzt, um große Gruppen von Migranten daran zu hindern, über den bereits geschlossenen Grenzübergang bei Kastanies/Pazarkule aus der Türkei nach Griechenland zu kommen. Die Regierung in Athen hat wiederholt erklärt, Griechenland werde keine illegalen Grenzübertritte dulden.

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Flüchtlingspakt mit der EU

In einem Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 hat die Türkei eigentlich zugesagt, gegen illegale Migration vorzugehen. Das Abkommen sieht zudem vor, dass die EU alle Flüchtlinge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Im Gegenzug nimmt die EU regulär Syrer aus der Türkei auf. Ankara erhält zudem finanzielle Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge im Land. Noch am Freitag hatte die EU deutlich gemacht, dass sie von der Türkei erwarte, dass sie die Vereinbarung einhalte.