Tausende Menschen passieren türkischen Grenzzaun

Erdogan hat die Tore für Flüchtlinge geöffnet - Griechenland setzt Warnschüsse und Tränengas ein

29. Februar 2020 - 20:25 Uhr

Im Video: So hält Griechenland die Flüchtlinge zurück

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Samstag in Istanbul: "Wir haben die (Grenz-)Tore gestern geöffnet." Seit Freitag seien 18.000 Flüchtlinge über die türkische Grenze in die EU gekommen. Mit Samstag könnten es bis zu 30.000 werden. Die EU habe ihre Versprechen nicht gehalten, kritisierte Erdogan. Die Türkei könne so viele Flüchtlinge nicht versorgen. Die aktuelle Lage im Überblick - im Video.

Türkei nahm mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien an

Turkish President Tayyip Erdogan speaks during a meeting in Istanbul, Turkey, February 29, 2020. Turkish Presidential Press Office/Handout via REUTERS ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. NO RESALES. NO ARCHIVE
Die Türkei lässt Präsident Erdogan zufolge Tausende Migranten in Richtung EU passieren.
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Die EU habe ihre Versprechen nicht gehalten, kritisierte Erdogan. Die Türkei könne so viele Flüchtlinge nicht versorgen. Die Türkei hat bereits mehr als 3,6 Millionen Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen. Ein Flüchtlingspakt mit der EU von 2016 sieht eigentlich vor, dass die Türkei Migranten vom Weg in die EU abhält. Im Gegenzug unterhält Ankara unter anderem finanzielle Unterstützung.

Griechenland will illegale Übertritte verhindern

28.02.2020, Türkei, Edirne: Flüchtlinge in der Provinz Edirne, gehen Richtung der türkischen Grenze zu Griechenland. Griechenland hat den Grenzübergang zur Türkei bei Kastanies/Pazarkule geschlossen. Zuvor hatten sich nach Gerüchten über eine Öffnung
Flüchtlinge in der Provinz Edirne, gehen Richtung der türkischen Grenze zu Griechenland.
© dpa, ---

Griechenland hat nach eigenen Angaben eine organisierte, massenhafte und illegale Grenzverletzung durch Migranten aus der Türkei abgewehrt. "Es wurden mehr als 4.000 illegale Grenzüberschreitungen abgewendet", berichtete Regierungssprecher Stelios Petsas am Samstag im griechischen Staatsfernsehen ERT nach einer Krisensitzung unter Vorsitz von Regierungschef Kyriakos Mitsotakis.

Keine Migranten an der bulgarischen Grenze

Anders als in Griechenland sieht die Lage in Bulgarien aus, das ebenfalls eine EU-Außengrenze zur Türkei hat. "An unserer Grenze (zur Türkei) gibt es null Migration, sagte Regierungschef Boiko Borissow am Samstag nach einem Bericht des Staatsfernsehens. Grenzpolizei-Chef Swetlan Kitschikow bekräftigte am größten bulgarisch-türkischen Grenzübergang bei Kapitan Andreewo, die Lage unterscheide sich nicht von der der vergangenen Tage. Migranten bewegten sich zwar von Istanbul nach Westen, allerdings nicht in Richtung Bulgariens Grenze.