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Türkei fordert mehr Flüchtlingshilfe und droht der EU

Erdogan will finanzielle Hilfe von der EU

Türkei könnte Tore für syrische Flüchtlinge öffnen

Recep Tayyip Erdogan fordert mehr Flüchtlingshilfe.
Recep Tayyip Erdogan fordert mehr Flüchtlingshilfe.
via REUTERS, MURAT KULA/PRESIDENTIAL PRESS OF

Türkei will Grenzen nach Europa für syrische Flüchtlinge öffnen

"Entweder Sie teilen diese Last oder wir müssen die Tore öffnen", so die Worte des türkischen Präsidenten Erdogan. Er appellierte an die EU, genügend finanzielle Unterstützung bereitzustellen. Denn Ankara könne einen möglichen weiteren Flüchtlingszustrom aus Syrien nicht alleine schultern, sagte Erdogan am Samstag. Es gebe "eine neue Migrationsbedrohung" aus der letzten syrischen Rebellenhochburg Idlib entlang der türkischen Grenze.

Versprechen finanzieller Hilfen nicht vollständig eingehalten

Er argumentierte, die EU habe ihr Versprechen finanzieller Hilfen noch nicht vollständig eingehalten. Die EU hob jüngst hervor, sie habe bislang 5,6 der zugesagten 6 Milliarden Euro zur Verbesserung der Lebensbedingungen syrischer Flüchtlinge in der Türkei zugewiesen. Der Rest werde bald folgen, sagte eine Sprecherin. Die Türkei hat seit Beginn des Bürgerkrieges im Nachbarland Syrien 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, mehr als jedes andere Land der Welt.

Syrische Flüchtlinge in der Türkei
Syrische Flüchtlinge in einem Lager bei Gaziantep in der Türkei. Foto: Sedat Suna/Archiv
deutsche presse agentur

Der im März 2016 geschlossene Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurückschicken kann. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 hatte es Tage gegeben, an denen rund 7.000 Migranten über die Türkei griechische Inseln erreichten.

Mit dem Geld, von dem noch nichts ausbezahlt ist, sollen die Lebensbedingungen der inzwischen 2,5 Millionen Syrien-Flüchtlinge in der Türkei verbessert werden. Foto: Nikos Arvanitidis
Im August setzten nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 8.103 Menschen aus der Türkei zu den griechischen Ägäis-Inseln über.
DPA