Türkei erhebt schwere Vorwürfe

Hat die griechische Küstenwache Flüchtlinge gefesselt ins Meer geworfen?

Die türkische Küstenwache berichtet, drei Menschen tot aus dem Meer geborgen zu haben - drei weitere misshandelte Flüchtlinge hätten überlebt. Ein Migrant sei noch vermisst.
Die türkische Küstenwache berichtet, drei Menschen tot aus dem Meer geborgen zu haben - drei weitere misshandelte Flüchtlinge hätten überlebt. Ein Migrant sei noch vermisst.
© Reuters

19. März 2021 - 20:32 Uhr

Türkischer Innenminister postet Video von der mutmaßlichen Rettung

Hat die griechische Küstenwache Migranten misshandelt, gefesselt und ins Meer geworfen? Diese schweren Anschuldigungen erhebt zumindest der türkische Innenminister Süleyman Soylu. Auf Twitter berichtete er, dass mehrere Flüchtlinge in der Nacht von der türkischen Küstenwache aufgegriffen worden seien. Die Menschen hätten schreckliches berichtet. Die griechische Küstenwache bestreitet die Vorwürfe und hält das Video für Teil einer Hetzkampagne von türkischer Seite.

Migrant im Krankenhaus berichtet von Misshandlungen

In dem Video, das der Innenminister auf Twitter veröffentlichte, ist zu sehen, wie mehrere Menschen an Bord eines Bootes gezogen werden. "Wir sind nach Griechenland gekommen, nach Chios", berichtet ein Mann, der in einem Krankenhausbett liegt. "Wir waren dort für zwei Tage. Dann haben sie uns unsere Handys und unser Geld abgenommen. Sie haben uns geschlagen. Wir waren zu siebt", erzählt er.

Ein Mensch sei tot geborgen worden, zwei habe man retten können, twitterte Soylu. Die anderen vier Migranten würden noch vermisst. Die türkische Küstenwache berichtete von drei Toten und drei Überlebenden. Eine Person werde noch vermisst. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Çeşme habe Ermittlungen eingeleitet.

Geretteter Flüchtling im Krankenhaus
Ein mutmaßlich von der türkischen Küstenwache geretteter Mann berichtet vom Krankenbett aus, was er erlebt hat.
© Reuters

Die Männer seien mit Plastikhandschellen und ohne Schwimmweste oder Boot in der Ägäis zurückgelassen worden. Zuvor seien die Flüchtlinge geschlagen worden und man habe ihnen Wertsache abgenommen, so der Vorwurf des türkischen Ministers.

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Griechische Küstenwache bezeichnet Berichte als "Fake News"

Die griechische Küstenwache wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich dabei um Fake News, teilte die Küstenwache am Freitagabend mit. Es existiere kein solcher Vorfall - die Anschuldigungen seien "Teil der ständigen Bemühungen der türkischen Seite, das Ansehen Griechenlands durch eine Kampagne von Fehlinformationen und falschen Nachrichten zu schädigen", hieß es in der Mitteilung.