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Tsipras nach Flüchtlingsdrama in Ägäis: "Ich schäme mich"

Tsipras nach Flüchtlingsdrama in Ägäis: "Ich schäme mich"

Regierungschef Alexis Tsipras in Griechenland
Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras appelliert an die Europäische Union.
REUTERS, ALKIS KONSTANTINIDIS

Griechenland nimmt mindestens 50.000 Migranten auf

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras hat sich bestürzt über die Flüchtlingstragödien in der Ägäis geäußert. Zugleich appellierte er an andere europäische Spitzenpolitiker, die Streitigkeiten über den Umgang mit Migranten zu beenden. "Als Mitglied der Führung Europas schäme ich mich", sagte Tsipras.

Das eine Land schiebt das Problem dem anderen zu. "Die Wellen spülen nicht nur (tote) Migranten, sondern auch die europäische Kultur an Land", sagte er weiterhin. Der Regierungschef versicherte, Griechenland werde 50.000 Migranten in Aufnahmelager und in Wohnungen aufnehmen. Er schlug aber vor, dass die sogenannten Hotspots (Registrierzentren) der EU in der Türkei und Ländern wie dem Libanon, wo es Flüchtlingslager gibt, in Betrieb genommen werden. Damit würden die Flüchtlinge nicht gezwungen, die gefährliche Überfahrt aus der Türkei zu den griechischen Inseln zu unternehmen.

Mindestens 22 Flüchtlinge, darunter zehn Kinder, ertranken allein in der Nacht zum Freitag vor griechischen Inseln. Wie die Küstenwache mitteilte, kamen 19 Menschen vor der Insel Kalymnos und drei vor der Insel Rhodos nach dem Kentern von Flüchtlingsbooten ums Leben. Rettungsmannschaften konnten 144 Menschen in Sicherheit bringen. Mehrere Flüchtlinge werden noch vermisst.