Tschüss Chef: Tanzende Absage über Youtube-Video

25. Februar 2014 - 16:00 Uhr

Kündigungsvideo der Renner im Netz

Wer würde seinem Chef nicht gerne mal die Meinung sagen? Marina Shifrin hat getan, was sich viele nicht trauen: In einem Youtube-Video zeigt sie ihrem Chef, warum er mit seinen Ansichten falsch liegt.

Tanzender Abgang: Kündigung per Video
Marina Shifrin: Ihr Kündigungsvideo wird zum Youtube-Renner.

Die Erleichterung steht ihr ins Gesicht geschrieben, als Marina Shifrin zum letzten Mal ihr Büro betritt – um halb fünf Uhr morgens tanzt sie sich quer durch den verlassenen Raum. Dieser öde Arbeitsplatz wird nie mehr ihrer sein. Zwei Jahre quälte sie sich her – nun hat der Spaß ein Ende. "I'm gone" ist ihre letzte Nachricht an den Chef.

Ihr selbstgestaltetes Video auf Youtube ist mittlerweile der Renner. Innerhalb von vier Tagen wurde es über vier Millionen Mal angeklickt und zieht weitaus mehr Aufmerksamkeit auf sich, als andere Kündigungsvideos. Aufgedreht tanzt sie in ihrem eindrucksvollen Film zu dem Song 'Gone' von Kanye West, indem sie eine wirklich gute Figur macht. Kein Wunder, denn Shifrin arbeitet als Autorin bei einer Produktionsfirma für Internetvideos in Taiwan.

Video ist keine Racheaktion

Anders als bei anderen Kündigungsvideos, die zurzeit relativ populär sind, ist dies keine fiese Racheaktion. In Untertiteln hält sie ihrem Chef lediglich vor, was sie an der Arbeit nicht mag und wie viel Zeit sie in den Job gesteckt hat, ohne ein Leben außerhalb der tristen Büroräume zu haben. Auch, dass ihr Chef sich nicht für die Arbeit interessiere, Kreativität nicht zähle, sondern lediglich Videoabrufe wichtig seien, wird an den Untertiteln mehr als deutlich. "Ich glaube, dass die Qualität der Inhalte wichtiger ist. Verbessert man die Qualität, steigen die Abrufzahlen von allein", berichtet sie 'Spiegel Online'. In ihrem Video geht es nur um sie und ihren Inhalt und nicht um die Anzahl der erreichten Klicks.

Zufrieden ist Marina Shifrin mit ihrem Arbietsplatz wohl nie gewesen, denn wie sie der amerikanischen 'Huffington Post' mitteilte, seien ihre Aufgaben sowie Arbeitszeiten ständig geändert worden und selbst Mittagspausen habe sie sich nicht nehmen können. Nach ihrer Kündigung versucht sich die junge Autorin nun in Los Angeles, wo Kreativität gefragt ist. Denn die hat sie ja. Auch ihre ironische Berufsangabe spricht Bände: "Autorin, Komikerin, Kellnerin." Mit ihrem originellen Video als Arbeitsprobe steht ihr künftig wohl nichts mehr im Wege.