100 Hektar in Flammen

Waldbrand lässt Radioaktivität bei Tschernobyl steigen

06. April 2020 - 9:25 Uhr

Feuer in radioaktiv verseuchtem Gebiet

Ein Waldbrand in der Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl hat die Radioaktivität deutlich ansteigen lassen. Das Feuer in dem radioaktiv verseuchten Gebiet war am Samstagabend ausgebrochen. Inzwischen stehen etwa 100 Hektar Wald in Flammen. Rund 100 Feuerwehrleute sind im Einsatz und werden von Löschflugzeugen unterstützt.

Geigerzähler zeigte 16-Fache des Normalwertes

"Es gibt schlechte Neuigkeiten: Im Zentrum des Brandes ist die Radioaktivität überdurchschnittlich hoch", schrieb Jegor Firsow, Leiter des staatlichen Umweltinspektionsdienstes, nach Angaben der "FAZ" am Sonntag bei Facebook. Dazu postete er ein Video, in dem ein Geigerzähler das 16-Fache des Normalwertes zeigte.

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nach Angaben der Behörden nicht. In den Wäldern in der Sperrzone kommt es immer wieder zu Bränden.

Schwerster Atomunfall der Geschichte in Tschernobyl 1986

Atomreaktor Tschernobyl in der Ukraine
Die Explosion von Block vier des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl am 26. April 1986 war der schwerste Atomunfall in der Geschichte.
© dpa, A2800 epa Dolzhenko

Am 26. April 1986 explodierte bei einem Sicherheitstest Blocks vier des sowjetischen Atomkraftwerks Tschernobyl, das etwa 100 Kilometer nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew liegt. Es war der schwerste Atomunfall in der Geschichte. Radioaktiv belastete Landstriche um die Atomruine wurden gesperrt. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt; bis heute ist die Umgebung stark verstrahlt.

Abenteuerurlaub in der Sperrzone

Dennoch – oder gerade deshalb – übt der Ort heute eine starke Anziehungskraft aus: In den letzten Jahren hat sich eine Art Abenteuertourismus in der Sperrzone entwickelt.