Trumps Vize verspricht: "Wir werden an der Seite Europas stehen"

23. Februar 2017 - 13:38 Uhr

Pence schwört Europäern im Namen Trumps die Treue

Bei seinem ersten Besuch in Europa hat Donald Trumps Vize Mike Pence den Europäern im Namen seines Chefs die Treue geschworen. "Heute versichere ich Ihnen: Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen fest zur Nato und werden unerschütterlich unsere Verpflichtungen für unsere transatlantische Allianz erfüllen", sagte er auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Angela Merkel rief derweil zum Kampf für internationale Zusammenarbeit auf. Kein Staat könne die Herausforderungen der Welt alleine bewältigen, sagte die Kanzlerin.

"Ich bin der festen Überzeugung, es lohnt sich, für die gemeinsamen multilateralen Strukturen zu kämpfen." Ohne die USA wäre Europa etwa mit dem Kampf gegen den internationalen Terrorismus überfordert. "Wir brauchen die militärische Kraft der Vereinigten Staaten von Amerika", so Merkel weiter. Ihr sei aber genauso wichtig, dass bestimmte islamische Staaten miteinbezogen werden in diesen Kampf. Es müsse klar sein, dass nicht der Islam Ursache des Terrors sei, sondern ein fehlgeleiteter Islam.

In Sachen NATO versuchte Pence, die Gemüter der Europäer zu beruhigen, nachdem Trump das Bündnis für obsolet erklärt hatte. "Das Versprechen von Präsident Trump lautet: Wir werden an der Seite Europas stehen, heute und jeden Tag, weil wir verbunden sind durch dieselben hohen Ideale Freiheit, Demokratie, Recht und Rechtsstaatlichkeit", sagte er. Man teile die Vergangenheit und man werde auch die Zukunft teilen. "Die Vereinigten Staaten sind und werden immer ihr wichtigster Bündnispartner sein", versicherte der Republikaner.

Er forderte darüber hinaus Russland auf, für eine Deeskalation der Gewalt in der Ukraine zu sorgen. Man müsse Russland zur Rechenschaft ziehen und einfordern, dass es sich an die Verpflichtungen aus dem Minsker Abkommen halte. An dieser Forderung hielten die Vereinigten Staaten fest, auch wenn Trump nach neuen Gemeinsamkeiten mit Moskau suche.

Kanzlerin kann sich Spitze gegen Trump nicht verkneifen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 18.02.2017 während der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Münchner Sicherheitskonferenz findet vom 17.-19.02.2017 in München statt. Foto: Sven Hoppe/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Die Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Münchner Sicherheitskonferenz
© dpa, Sven Hoppe, shp jai

Eine kleine Spitze gegen den neuen US-Präsidenten Trump konnte sich Kanzlerin Angela Merkel in Anwesenheit seines Stellvertreters in München nicht verkneifen. Trump hatte kürzlich beklagt, in der 5th Avenue in New York habe jeder einen Mercedes vor der Tür stehen - also deutsche und keine amerikanischen Autos. Damit wollte er illustrieren, dass der deutsche Exportüberschuss zu groß sei.

Dazu sagte die Kanzlerin "Wenn Sie sich hier im Raum umgucken, wie viele iPhones und Apple-Produkte im Spiel sein dürften, dann würde ich sagen, kann der Vizepräsident absolut zufrieden sein. Und die 5th Avenue ist, glaube ich, immer noch minder bestückt mit deutschen Autos."