Trump trifft Putin zum Gipfel in Helsinki: "Unsere Beziehung zu Russland war NIEMALS schlechter"

16. Juli 2018 - 15:51 Uhr

Stimmungsmache in sozialen Medien

Die Präsidenten der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, haben ihr Vieraugen-Gespräch bei dem Gipfel in Helsinki beendet. Es habe zwei Stunden und zehn Minuten gedauert, berichtete der staatliche russische Fernsehsender Rossija-24. "Ein sehr guter Anfang", rief Trump Journalisten zu, bevor ein Arbeitsessen der Präsidenten mit ihren Delegationen begann. Daran nahmen auch die Außenminister Mike Pompeo und und Sergej Lawrow teil. Im Anschluss soll eine gemeinsame Pressekonferenz den ersten Gipfel zwischen Trump und Putin beenden.

Trump innenpolitisch unter Druck

HELSINKI, FINLAND - JULY 16, 2018: US President Donald Trump (L) and Russia s President Vladimir Putin talk during a meeting at the Presidential Palace. Mikhail Metzel/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS089CA7
Donald Trump und Wladimir Putin vor ihrem Gespräch in Helsinki.
© imago/ITAR-TASS, Mikhail Metzel, imago stock&people

Zur Einstimmung auf das Ereignis hatte Trump das Verhältnis der beiden Länder als historisch schlecht bezeichnet. Das liege an der vorherigen amerikanischen Regierung und den Ermittlungen in der Russland-Affäre. "Unsere Beziehung zu Russland war NIEMALS schlechter, dank vieler Jahre amerikanischer Torheit und Dummheit und nun wegen der manipulierten Hexenjagd!", teilte Trump via Twitter mit. Russland stimmte dieser Einschätzung mit den Worten "We agree" ebenfalls per Tweet zu. 

Hintergrund: US-Geheimdienste beschuldigen Russland, sich mit Hackerangriffen in den Präsidentschaftswahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler prüft, ob es dabei geheime Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab. Trump hat diese Untersuchung wiederholt als "Hexenjagd" bezeichnet.

Die Präsidenten selbst haben nach Angaben des Kremls dagegen ein gutes Verhältnis. "Sie achten einander. Und sie können ziemlich gut miteinander reden", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow dem Staatssender RT. Deshalb sei auf ein "vollwertiges Gespräch" zu hoffen, das "wenigstens ein kleines Schrittchen" von den derzeit schlechten Beziehungen fortführe.

Auch Trump selbst lobte den Kremlchef und gratulierte ihm - natürlich via Twitter - zur Fußball-WM in Russland.

EU in Sorge: "Die globale Weltordnung darf nicht zerstört werden"

Russia's President Vladimir Putin (C), U.S. President Donald Trump (2nd L), First lady Melania Trump (L), Finland's President Sauli Niinisto (2nd R) and his wife Jenni Haukio apose for a picture during a meeting in Helsinki, Finland July 16, 2018. Sp
Gruppenbild mit Damen: First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin sowie Finnlands Präsident Sauli Niinisto mit seiner Frau Jenni Haukio (von links)
© REUTERS, SPUTNIK, AP

Trump steht bei dem ersten groß orchestrierten Gipfel mit Putin unter Druck. Am Freitag beschuldigte das US-Justizministerium zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Computer der US-Demokraten und von Clintons Wahlkampflager angegriffen zu haben. Zum ersten Mal machte das Ministerium den Geheimdienst und damit Putins Regierung direkt für die Hackerattacken verantwortlich. Die US-Demokraten forderten, Trump müsse das Thema in Helsinki ganz oben auf die Agenda setzen. Es ist aber unklar, ob er das tun wird.

Die beiden Präsidenten trafen im finnischen Präsidentenpalast rund 90 Minuten lang zu einem Gespräch unter vier Augen zusammen. Ergebnisse sind bisher nicht bekannt. Der US-Präsident und der Kremlchef wollten nicht nur über das angespannte Verhältnis zwischen ihren beiden Regierungen sprechen, sondern auch über internationale Konfliktherde wie die Ukraine oder Syrien.

In der Europäischen Union und der Nato gibt es Befürchtungen, dass Trump sich Putin vorschnell annähern und ihre Position untergraben könnte. In einem Interview hatte Trump die EU wegen der aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken als einen Feind der USA bezeichnet. EU-Ratspräsident Donald Tusk appellierte am Montag an beide Präsidenten, mit den Europäern und Chinesen zusammenzuarbeiten, um Chaos zu verhindern. Die globale Weltordnung dürfe nicht zerstört werden, sagte er.