15.000 Soldaten sollen Joe Bidens Amtsübernahme schützen

US-Behörden befürchten bewaffnete Proteste von radikalen Trump-Anhängern

Pro-Trump protester smashes a window of the U.S. Capitol Building in Washington
Pro-Trump protester smashes a window of the U.S. Capitol Building in Washington
© REUTERS, SHANNON STAPLETON, SS/PKP

14. Januar 2021 - 14:28 Uhr

Radikale "Boogaloo-Boys“ träumen von Bürgerkrieg in den USA

Die Bilder vom Angriff auf das Kapitol in Washington sind noch frisch, der Schreck sitzt tief. Eine Woche vor der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden wächst die Sorge, dass Anhänger seines Vorgängers Anschläge planen und gewalttätige Proteste anzetteln könnten. Bis zu 15.000 Soldaten der Nationalgarde stehen zum Schutz der "Inauguration" am 20. Januar bereit. US-Medien berichteten unter Berufung auf die Bundespolizei FBI, dass es rund um Bidens Amtseinführung in den Hauptstädten aller Bundesstaaten zu bewaffneten und gewaltsamen Protesten kommen könnte. Es wird befürchtet, dass bewaffneten Gruppen anreisen würden.

"Größter bewaffneten Protest, der jemals auf amerikanischem Boden stattgefunden hat"

Tear gas is released into a crowd of protesters during clashes with Capitol police at a rally to contest the certification of the 2020 U.S. presidential election results by the U.S. Congress, at the U.S. Capitol Building in Washington, U.S, January 6
Trump-Fans ziehen durch Washington
© REUTERS, SHANNON STAPLETON, LIM

Dem Sender ABC zufolge betrachten die Behörden mindestens zehn Protestaktionen und Demonstrationen als "potenzielle Bedrohung" und beobachten deren Aktivitäten im besonderen Maße. Einige Gruppen hatten eine "Woche der Belagerung" angekündigt. Besonders im Fokus stehe die rechtsextremistische Gruppe "Proud Boys". Angeblich sollen einige der radikaleren Organisationen die Entführung demokratische Politiker planen. Außerdem wollten sie eine neue Regierung bilden, die von republikanischen Führern ihrer Wahl geführt wird. Das gehe aus Posts in sozialen Netzwerken hervor.

Weiter heißt es, die regierungsfeindliche Boogaloo-Bewegung werben für "den größten bewaffneten Protest, der jemals auf amerikanischem Boden stattgefunden hat". Der Name Boogaloo steht für einen Bürgerkrieg, den die Anhänger ("Boogaloo-Boys" – sie sind oft schwer bewaffnet und tragen gern bunte Hawaii-Hemden unter ihren schusssicheren Westen) dieser nationalistischen und rassistischen Gruppe bereits seit längerem anzetteln wollen.

Die Gruppe war im vergangenen Jahr häufiger bei gewaltsamen Demonstrationen gegen "Black lives matter"-Protesten nach dem Tod des Schwarzen George Floyd durch Polizeigewalt auffällig geworden.

US-Behörden sind in Alarmstellung

13.01.2021, USA, Washington: Mitglieder der Nationalgarde sichern das Gebiet um das US-Kapitol, vor dem die Aufbauarbeiten für die Zeremonie zur Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Biden stattfinden. Das Repräsentantenhaus hat mit der Beratun
Mitglieder der Nationalgarde sichern das Gebiet um das US-Kapitol, vor dem die Aufbauarbeiten für die Zeremonie zur Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Biden stattfinden.
© dpa, Liu Jie, nwi

Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump hatten vergangenen Mittwoch das Kapitol gestürmt, nachdem dieser sie zuvor in einer Rede angestachelt hatte. Einige Tage später ruderte er zurück und distanzierte sich öffentlich von Gewalt. Soziale Medien wie Twitter und Facebook sperrten seine Accounts. Die Demokraten haben ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestartet, es ist bereits das zweite in seiner Amtszeit.

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Nach der Erstürmung des Kapitols wurde die Nationalgarde bereits mobilisiert. Derzeit sind bereits gut 6.000 Soldaten im Einsatz. Rund um das Kapitol wurde ein neuer Sicherheitszaun errichtet. Die Behörden sind in Alarmstellung.

Der Secret Service, zuständig für den Schutz des Präsidenten, hat bereits in der "verstärkten Einsatzphase" begonnen, teilte das Heimatschutzministerium mit. Ursprünglich sollte der Großeinsatz, verbunden mit der Sperrung von Teilen der Innenstadt Washingtons, erst am 19. Januar starten.

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