Proteste gegen Diskriminierung von Muslimen

Mindestens fünf Tote während Trumps Staatsbesuch in Indien

Donald Trump mit Narendra Modi, Premierminister von Indien, bei einem zweitägigen Staatsbesuch in in Indien.
© dpa, Aijaz Rahi, AR hen nwi

25. Februar 2020 - 15:38 Uhr

Demonstrationen wegen neuem Einbürgerungsgesetz

Während US-Präsident Donald Trumps zweitägigen Staatsbesuch in Indien hat es in der Hauptstadt Neu Delhi gewaltsame Proteste mit mehreren Toten gegeben. Hintergrund der Zusammenstöße ist ein von dem indischen Premier Narendra Modi durchgedrücktes Einbürgerungsgesetz, das nach Ansicht von Kritikern gezielt Muslime diskriminiert. Bei den Protesten starben seit Montag mindestens fünf Menschen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Polizeikreisen erfuhr.

Demonstranten zünden in Indien Trump-Nachbildungen an

Papp-Nachbildung von Trump wird in Indien angezündet
Bei den Protesten wurde auch eine Papp-Nachbildung des amerikanischen Präsidenten verbrannt.
© dpa, Debarchan Chatterjee, mka alf

Während Trump und der indische Premierminister hinter verschlossenen Türen einen Deal im Wert von drei Milliarden Dollar vereinbaren, wird auf den Straßen davor protestiert. Schon seit Wochen gibt es in Indien wegen des umstrittenen Gesetzes Proteste gegen Modis hindunationalistische Regierung. Das Gesetz erleichtert vielen illegal eingereisten Migranten aus drei mehrheitlich muslimischen Nachbarländern die Einbürgerung - sofern sie keine Muslime sind.

Insgesamt kamen mehr als 25 Menschen ums Leben

Demonstranten in Indien
Seit Wochen wird auf Indiens Straßen protestiert. Mindestens 25 Menschen kamen dabei schon ums Leben.
© dpa, Dinesh Joshi, hen nwi

Bei den Protesten seien Fahrzeuge und Geschäfte in Brand gesetzt und mehr als zwei Dutzend Menschen von Ziegelsteinen verletzt worden, die von Befürwortern und Gegnern des Gesetzes geworfen worden seien.

Dabei kamen insgesamt schon mehr als 25 Menschen ums Leben. Muslime sind Indiens größte religiöse Minderheit, sie machen rund 14 Prozent der indischen Bevölkerung aus, rund 80 Prozent sind Hindus.