Wegen dieser Themen gibt es Zoff

Trump: "Ich bin großer Fan von Erdogan" - doch von Einigkeit kann hier keine Rede sein

© imago images/ZUMA Press, Shealah Craighead via www.imago-images.de, www.imago-images.de

14. November 2019 - 13:28 Uhr

Die Stimmung war gar nicht so schlecht

Trump trifft Erdogan - zwei Politiker, die die einen vergöttern, die anderen strikt ablehnen. Im Weißen Haus saßen sie beisammen, gaben eine Pressekonferenz. Die Stimmung war gar nicht so schlecht. Immerhin belasten gerade ziemlich viele Probleme die Beziehungen der USA mit der Türkei. Trump sagte sogar: "Ich bin ein großer Fan von Erdogan!". "Wir haben eine großartige Beziehung." Das gelte sowohl für ihr persönliches Verhältnis als auch für die Beziehungen beider Länder.

Nur die üblichen warmen Worte?

Das klang nach den üblichen freundlichen Worten, die immer bei solchen Besuchen fallen. Dabei gibt es viele Themen, bei denen Trump und Erdogan über Kreuz liegen. Besonders der Umgang mit den Kurden hat zuletzt Schlagzeilen gemacht. Nach einem Telefonat der beiden Präsidenten zog Trump die US-Soldaten in Nordsyrien ab und machte damit den Weg frei für Erdogans Truppen, um gegen die bei ihm verhassten Kurden zu kämpfen. Dabei hatten die zuvor im Bündnis mit den Amerikanern gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gekämpft. Trump lässt seine Verbündeten hängen, empörten sich sogar Freunde des Präsidenten. Bei dem gesamten Komplex sah der US-Präsident unglücklich aus, Erdogan wirkte cleverer.

2017 prügelten Erdogans Bodyguards drauflos

 Erdogan und Trump
Erdogan und Trump bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz.
© imago images/UPI Photo, MIKE THEILER via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Vor dem Weißen Haus protestierten Dutzende Menschen gegen Erdogan und dessen Offensive. Demonstranten hielten unter anderem Fahnen der Kurdenmiliz YPG und riefen: "Türkei raus aus Syrien" und "Schande über die Türkei". Am Abend zogen Demonstranten weiter vor das nahe gelegene Hotel, in dem Erdogan in Washington übernachtete. Am Rande von Erdogans jüngstem Besuch in der US-Hauptstadt im Mai 2017 hatten dessen Bodyguards vor der türkischen Botschaft friedliche Demonstranten verprügelt, was in Amerika Empörung auslöste.

Türkei darf kein Flugzeug kaufen

Dann gibt es noch Streit um ein russisches Raketenabwehrsystem, das die Türkei kaufen will. Die Amerikaner wollen das verhindern. Sie befürchten, dass die Russen dadurch Geheimnisse über den US-Kampfjet F35 erlangen. Daher darf das Flugzeug nun nicht mehr an die Türken verkauft werden. Eine Lösung fanden die Präsidenten nicht. Andere Streitthemen betreffen den Prediger Fetullah Gülen, den Erdogan beschuldigt für den Putschversuch 2016 verantwortlich zu sein. Er lebt seit Jahren unbehelligt in den USA.