200.000-Tote-Marke in den USA überschritten

Trump: Haben "Millionen Leben" in Corona-Pandemie gerettet

President Donald Trump speaks to the media before departing the White House in Washington, DC on Saturday, September 19
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23. September 2020 - 8:05 Uhr

Trump macht wieder China verantwortlich

Nach dem Überschreiten der Marke von 200.000 Toten in der Corona-Pandemie in den USA hat US-Präsident Donald Trump erneut China für die Ausbreitung des Virus verantwortlich gemacht.

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"Sie haben die Seuche herausgelassen"

Im Video: "Die Regierung hätte uns retten können": Fiana Tulips Mutter starb in den USA an Corona.

"Die Chinesen hätten es an ihrer Grenze stoppen sollen, sie hätten niemals zulassen dürfen, dass es sich über die ganze Welt ausbreitet", sagte Trump im Weißen Haus. Die 200.000 Toten seien "schrecklich". Ohne das Krisenmanagement seiner Regierung hätten die USA aber "zwei Millionen, zweieinhalb Millionen und drei Millionen" Tote zu beklagen.

"Wir haben Millionen Leben gerettet", sagte Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania. "Sie haben die Seuche herausgelassen", fügte der Präsident mit Blick auf China hinzu. "Es ist das China-Virus, nicht das Coronavirus. Corona klingt nach einem Ort in Italien, einem schönen Ort. Es ist Corona. Nein, es ist das China-Virus, sie wollen es nicht sagen, wisst Ihr, die radikalen Linken, sie wollen es nicht sagen."

Mehr als 6,8 Millionen Infizierte in den USA

Die Zahl der Toten in den USA seit Beginn der Corona-Pandemie war am Dienstag nach Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore auf mehr als 200.000 gestiegen. Die Schwelle von 150.000 Opfern war Ende Juli erreicht worden. Mehr als 6,8 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 sind seit Beginn der Pandemie in den USA bestätigt worden. Kritiker werfen dem Republikaner Trump vor, mit seinen eskalierenden Angriffen auf China vor der Wahl am 3. November vom eigenen Versagen im Kampf gegen die Pandemie ablenken zu wollen.

Trumps Herausforderer bei der Präsidentschaftswahl, der Demokrat Joe Biden, sagte: "Wir brauchen einen Präsidenten, der sich dem Problem ehrlich stellt und führt. Dieser Präsident hat bewiesen, dass er beides nicht kann." Biden kritisierte auch eine Aussage Trumps bei einer Wahlkampfveranstaltung am Montagabend in Ohio, bei der der Präsident mit Blick auf das Virus und auf junge Menschen gesagt hatte: "Es betrifft praktisch niemanden."

Pelosi: "historische nationale Tragödie"

 House Speaker Nancy Pelosi takes part during an event commemorating the 200,000 Americans that have lost their lives due to the Covid-19 pandemic, on the National Mall in Washington, DC on Tuesday, September 22, 2020. Some 20,000 American flags were
"Die Geringschätzung des Präsidenten für Wissenschaft, Regierungsführung und die Gesundheit des amerikanischen Volkes hat zu einer historischen nationalen Tragödie geführt", erklärte Nancy Pelosi.
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Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, die Demokratin Nancy Pelosi, warf Trump "tödliche Desinformation und Nachlässigkeit" vor. Dass so viele Menschen gestorben seien, sei umso herzzerreißender, weil es nicht so hätte kommen müssen. "Die Geringschätzung des Präsidenten für Wissenschaft, Regierungsführung und die Gesundheit des amerikanischen Volkes hat zu einer historischen nationalen Tragödie geführt", erklärte Pelosi.

Die Opferzahl in den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. An zweiter Stelle steht derzeit Brasilien mit mehr als 137.000 Toten, gefolgt von Indien mit rund 89.000 Opfern. Relativ zur Einwohnerzahl hingegen ist die Zahl der Opfer unter anderem in Peru, Belgien, und Spanien höher als in den USA. In Peru etwa starben Johns Hopkins zufolge rund 98 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Belgien 87, in Spanien 65. In den USA waren es bislang 61 Menschen pro 100.000 Einwohner, vergleichbar mit Italien (59). In Deutschland hingegen waren pro 100.000 Einwohnern bislang nur 11 Tote zu beklagen.

Quelle: DPA/RTL.de

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