Trump-Gewitter ganz ohne Twitter: Strafzölle für EU kommen

Desillusioniert: Ab 1. Mai kommen US-Strafzölle für die EU.
Desillusioniert: Ab 1. Mai kommen US-Strafzölle für die EU.
© dpa, Michael Kappeler, mkx

26. April 2018 - 13:01 Uhr

Strafzölle für die EU kommen ab 1. Mai

Drei gemeinsame Tage hatte Frankreichs Präsident Macron mit Trump, drei Stunden bekommt die Kanzlerin. Kurz vor ihrem Abflug nach Washington steht fest, Strafzölle für europäische Stahl- und Aluminium aus der EU kommen ab 1.Mai. Für Merkel bedeutet das: erschwerte Bedingungen auf ganzer Linie!

Keine Kuss-Orgien für Merkel

Trump Merkel und Macron in Gesprächen beim G20 Gipfel.
Bloß keine Eskalation! Merkel und Macron versuchen Trump mit Diplomatie zu überzeugen.
© dpa, John Macdougall

Nicht nur das Zeitfenster ist knapper, sondern auch die Sympathie zwischen Merkel und Trump reicht nicht an die demonstrativ zur Schau gestellte Männerfreundschaft zwischen Macron und Trump heran. Es ist der zweite Besuch der Kanzlerin in Washington, sie bildet die Nachhut Macrons. Ob er es war, der seiner Vertrauten vor ihrer Reise nach Washington mitteilte, dass ab Mai mit Strafzöllen zu rechnen ist, ist unklar. Fakt ist: aus deutschen Regierungskreisen heißt es, man rechne damit, dass die Zölle kämen.

"Merkels Mannschaft" lehnt eine Eskalation ab

Merkel und Altmaier im Strategiegespräch.
Letzte Absprachen im Bundestag zwischen Merkel und Altmaier vor dem Abflug der Kanzlerin nach Washington.
© imago/Christian Ditsch, Christian-Ditsch.de, imago stock&people

Der diplomatische und ruhige Ansatz der Kanzlerin ist bekannt. Nicht nur Merkel selbst setzt auf Diplomatie und Gespräche, auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte: "Wir tun gut daran, jede Eskalation zu vermeiden."

In einem Interview mit der 'Bild'-Zeitung betont Altmaier, wie wichtig die geschlossene Vorgehensweise der EU ist: "Wir haben eine Verantwortung dafür, dass ein unkontrollierter Wettbewerb um Zölle vermieden wird." Die EU will eine gemeinsame Linie in den Verhandlungen mit den USA erreichen.

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Langfristige Lösung

Ziel der Bundesregierung ist eine langfristige Regelung zu finden, Altmaier erklärte, es sei wichtig eine dauerhafte Ausnahmeregelung von den US-Zöllen auf Stahl und Aluminium zu erlangen. Die deutsche Regierung setzt sich gegen Protektionismus ein. Die Welthandelsorganisation (WTO) sei wichtiger denn je, so Altmaier. Trump hatte sich bereits mehrfach kritisch über die WTO geäußert, schließlich könnte diese seine Vorhaben einschränken.