Demokraten suchen Kandidaten

Elizabeth Warren in TV-Debatte: Sie will Trump aus dem Weißen Haus jagen

© REUTERS, Lucas Jackson, HB

1. August 2019 - 13:55 Uhr

Demokraten suchen Kandidaten

Donald Trump hat etwas geschafft, das vor ihm kaum jemand hinbekommen hat: Er hat das Land aufgerüttelt. Zahllose Menschen, darunter viele Frauen, interessieren sich wieder für Politik. Nicht, weil sie Trump so toll finden - im Gegenteil. Sie hoffen, dass er das Weiße Haus verlässt. Im kommenden Jahr soll es so weit sein, dann wird wieder gewählt. 20 Männer und Frauen kämpfen darum, der demokratische Gegenkandidat zu Trump zu werden. Zehn von ihnen haben gestern im TV debattiert, darunter Elizabeth Warren.

Viele Frauen gegen Trump

Viele Frauen setzen ihre Hoffnungen auf die 70-jährige Vollblutpolitikerin - sie vertritt seit Jahren den Ostküsten-Bundesstaat Massachusetts im Senat. Sie hat sich einen Namen als linke Politikerin gemacht. Wobei "links" in den USA nicht das gleiche heißt wie in Deutschland. "Links" bedeutet dort oft etwas, was in Deutschland die Mitte ist. Krankenversicherung für alle zum Beispiel, oder kostenlose staatliche Universitäten - bei uns eine Selbstverständlichkeit, in den USA dagegen für viele ein Traum.

Warren hat sich auch einen Namen als erbitterte Trump-Gegnerin gemacht. Viele trauen ihr zu, den Präsidenten zu schlagen. Unter den demokratischen Kandidaten ist sie zurzeit die Frau mit den besten Aussichten. Vor ihr liegen nur Bernie Sanders, der viele junge Leute begeistert und Joe Biden, der einst Vizepräsident in der Regierung Barack Obamas war.

Trump bot Warren eine Million Dollar

Trump ist schon lange auf sie aufmerksam geworden. Er hat natürlich auch schon einen Spitznamen für sie: "Pocahontas" nennt er sie immer wieder. Warum? Weil Warren oft darauf verwies, unter ihren Vorfahren seien Ureinwohner Nordamerikas gewesen. Er zweifelte das offen an und bot ihr eine Million Dollar für einen guten Zweck ihrer Wahl an, wenn sie einen Gen-Test machen ließ. Schließlich tat sie es und lieferte so den Beweis, tatsächlich indigene Vorfahren gehabt zu haben. Der Anteil war zwar gering, aber immerhin. Trump zahlte übrigens nicht und sagte, er zahle nur, wenn er den Test persönlich durchführen könne.

Doch darüber redet nun kaum noch jemand. Schließlich gibt es Wichtigeres. Sie will eine Krankenversicherung für alle, mächtige Wirtschaftsvertreter in Washington in die Schranken weisen, und Parteispenden wieder stärker begrenzen. Kinderbetreuung soll kostenlos werden, finanziert werden soll das mit mehr Steuern für die Reichen. Auch das Militär soll weniger Geld bekommen. In der TV-Debatte wurde sie dafür heftig attackiert.

"Ich weiß, wie man kämpft und ich weiß, wie man gewinnt"

Ihre Konkurrenten warfen Warren vor, mit ihren Vorschlägen Wähler der politischen Mitte zu vergraulen und Präsident Donald Trump in die Karten zu spielen. Einer sprach gar von einer "Märchen-Wirtschaftspolitik". Kostenlose Gesundheitsversorgung für alle sei nicht realistisch und vergraule Wähler in der Mitte. "Das wird unabhängige Wähler abschrecken und Trump zur Wiederwahl verhelfen", warnte der Kandidat John Delaney.

Das ließ Warren natürlich nicht so stehen. Warren sagte, notwendig seien "große, strukturelle Änderungen" des Wirtschaftssystems. Wer Trump ohne Rückgrat entgegentrete, erhalte ein System, das den Reichen und gut Vernetzten geholfen und "Schmutz in die Gesichter aller anderen" geworfen habe. Sie gab sich siegessicher: "Ich weiß, wie man kämpft und ich weiß, wie man gewinnt."