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Trump entschied sich bei einem Stück Schokokuchen zum Raketenschlag gegen Syrien

Trump entschied sich bei einem Stück Schokokuchen zum Raketenschlag gegen Syrien

Entscheidungen trifft man besser nicht mit leerem Magen

Schon bevor Donald Trump sein Amt als Präsident der USA angetreten hat, galt er als unberechenbar. In einem Interview mit dem Sender 'Fox Business' hat er seinem Ruf mal wieder alle Ehre gemacht. Entscheidungen trifft er offenbar aus dem Bauch heraus – auch wenn davon das Schicksal Tausender Menschen abhängt.

Den Entschluss Syrien nach dem Giftgasangriff auf Zivilisten in Chan Scheichun mit Raketen zu beschießen, fasste Trump offenbar, als er gerade mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping beim Abendessen saß. "Ich saß noch am Tisch, wir hatten das Abendessen gerade beendet und waren beim Nachtisch angelangt", erzählte der Präsident im Interview. "Wir hatten das schönste Stück Schokoladenkuchen, dass Sie sich vorstellen können."

„Wir haben gerade 59 Raketen Richtung abgefeuert“

Genau in dem Moment ließen ihm seine Generäle ihm eine Nachricht zukommen: Die US-Kriegsschiffe im Mittelmeer mit Marschflugkörpern an Bord waren bereit zum Feuern. "Was macht man da?", fragte der Präsident die Moderatorin. Er gab den Befehl zum Abschuss und "die Raketen waren unterwegs". Nach dem Giftgasangriff machte Trump den syrischen Machthaber Baschar al-Assad für den Tod zahlreicher Zivilisten verantwortlich – darunter auch viele Kinder. Ein Luftwaffenstützpunkt der syrischen Armee wurde daraufhin von den Amerikanern als Vergeltung bombardiert.

Dann sagte der Präsident auch seinem Gast, was er gerade über einem Stück Kuchen entschieden hatte. Im Nachhinein scheint es für Trump auch keine große Rolle mehr zu spielen, wen er eigentlich beschossen hat. "Wir haben gerade 59 Raketen Richtung abgefeuert", erzählt er seinem Gast, denn er wollte nicht, dass Xi ins Hotel fährt und es dann aus den Medien erfährt. Der chinesische Staatspräsident habe zehn Sekunden innegehalten und dann den Übersetzer gebeten das Gesagte zu wiederholen. "So etwas ist in Ordnung – gegen jeden, der so brutal ist, Gas gegen kleine Kinder und Babys einzusetzen", habe Xi gesagt.

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Irak oder Syrien?

Wen genau er bei dem Angriff beschossen hat, schien Trump im Nachhinein gar nicht mehr so wichtig zu sein. Im Interview behauptet er fälschlicher Weise einen Luftwaffenstützpunkt im Irak bombardiert zu haben. Die Moderatorin musste ihn auf die Verwechselung aufmerksam machen und verbessert in. "Ja richtig, die Raketen flogen nach Syrien", antwortete Trump.

Und auch ansonsten scheint der Präsident es mit Fakten nicht allzu genau zu nehmen. Er revidierte inzwischen auch eine Aussage, mit der er vor Monaten für Schlagzeilen gesorgt hatte. "Ich nannte die Nato obsolet – das ist sie nicht mehr", sagte er bei einer Pressekonferenz. Seit seinem Eingreifen in Syrien hat Trump offenbar einen Sinneswandel durchgemacht. Er traf sich mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, lobte das Bündnis und sicherte zu, die Nato weiterhin zu unterstützen. Die Militärallianz sei ein "Bollwerk" für Frieden und Sicherheit.