Trump droht im TV-Duell: "Ich lasse euch zappeln"

21. Oktober 2016 - 14:48 Uhr

Leugnen, Gegenangriff und Verschwörungstheorien - das war Trumps Strategie

Die letzte TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump vor der US-Präsidentschaftswahl ist zu Ende gegangen. Trump entsetzte mit zwei Sätzen Freund und Feind. Auch wenn diesmal Sachthemen im Vordergrund standen, ließen beide Kandidaten kein gutes Haar am anderen. Die Stimmung war von Anfang an eisig.

Egal welches Thema, es hagelte Giftpfeile

Sowohl zu Beginn der Debatte als auch an deren Ende: Clinton und Trump ignorieren sich nur noch. Bislang hatten sie sich wenigstens noch per Handschlag verabschiedet. Doch selbst für solche Umgangsformen steht zu viel zwischen ihnen. Egal welches Thema, es hagelte Giftpfeile. Trump begegnete Kritik mit seinem üblichen Dreisatz: Leugnen, Gegenangriff und Verschwörungstheorien. Zwischendurch erweckte er den Eindruck, die Wahl werde unter Beteiligung des Clinton-Lagers manipuliert. Beweise oder Indizien dafür hat er jedoch nicht geliefert.

Und der Höhepunkt: Der 70 Jahre alte Immobilienunternehmer provozierte mit beispiellosen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des US-Wahlsystems. Auf die Frage von Moderator Chris Wallace (Fox News), ob er eine mögliche Wahlniederlage gegen Clinton anerkennen werde, sagte Trump: "Ich werde mir das dann anschauen. Ich schaue es mir nicht jetzt an." Und Trump fügte hinzu: "Ich lasse euch zappeln, okay." Die Aussage erregte über Parteigrenzen hinweg Unmut.

Das hat es so laut so noch nie gegeben. Aber es hat ja auch noch nie so einen Kandidaten wie ihn gegeben.

"Viele US-Bürger wenden sich mit Grausen von diesem Wahlkampf ab"

US-Korrespondenten Peter Kleim hat das TV-Duell in Las Vegas mitverfolgt und schätzt die Lage ein. "Es müsste ein Wunder geschehen, damit Trump die Wahl gewinnt", sagt Kleim. Auch eine Umfrage des TV-Senders CNN sieht Hillary Clinton im US-Wahlkampf vorne.