Steigende Infektionszahlen und sinkende Beliebtheitswerte

Trump beklagt sich: "Niemand mag mich"

29. Juli 2020 - 12:08 Uhr

Ungewohnte Töne aus dem Weißen Haus

Solche Töne hört man selten aus dem Mund des US-Präsidenten: "Niemand mag mich", beklagte Donald Trump am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Der Hintergrund: Knapp 100 Tage vor der US-Wahl machen dem Präsidenten seine sinkenden Beliebtheitswerte sorgen. Besonders ärgert ihn die neue Popularität einer seiner Berater. Die entscheidenden Aussagen können Sie sich im Video ansehen.

Trump zweifelt an der Persönlichkeit

Donald Trump steht gerne im Mittelpunkt – das Rampenlicht will er anscheinend nicht teilen: Öffentlich beschwerte er sich jetzt darüber, dass sein Berater, der führende Seuchenexperte Anthony Fauci, beliebter sei als er selbst. "Dies muss an meiner Persönlichkeit liegen", sagte der US-Präsident.

Fauci und Trump vertreten oft gegenteilige Positionen

Der führender Coronavirus-Experte der USA, Anthony Fauci, wehrt sich in der Vergangenheit bereits gegen die Kritik von Präsident Donald Trump.
Der führender Coronavirus-Experte der USA, Anthony Fauci, wehrt sich in der Vergangenheit bereits gegen die Kritik von Präsident Donald Trump.
© AP, Susan Walsh, SAW

Fauci ist Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und gilt als führender Coronavirus-Experte der USA. In einigen Bereichen gingen seine und die Ansichten des Präsidenten auseinander. So wirbt Fauci beispielsweise für das Tragen von Masken, wogegen sich Donald Trump lange Zeit wehrte.

Trump: "Er ist ein Schwarzseher“

Fauci selbst beschrieb sein Verhältnis zu Trump als gut. Aus dem Weißen Haus war allerdings zwischenzeitlich Kritik an dem prominenten Experten laut geworden. Trump selber hatte ihm kürzlich in einem Fox-News-Interview so beschrieben: "Er ist ein bisschen ein Schwarzseher."

Trumps vermeintliches Wundermittel im Kampf gegen das Corona-Virus ist weiterhin das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Die US-Medikamentenaufsicht hatte im vergangenen Monat nach mehreren kritischen Studien allerdings die Zulassung für das Mittel zurückgezogen. Wegen Falschinformationen hat jetzt auch Twitter einen Tweet des Präsidenten gelöscht, in dem sich Ärzte über das Malaria-Mittel unterhielten.

Dramatische Corona-Zahlen in den USA

Die USA sind das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Über 4,35 Millionen Infektions- und knapp 150.000 Todesfälle wurden laut Johns Hopkins Universität bereits registriert. Viele Amerikaner machen den Präsidenten für die schlechte Lage mitverantwortlich. Mittlerweile liegt Trump in Umfragen deutlich hinter Joe Biden, seinem demokratischen Herausforderer.

Trotzdem bleiben Donald Trump viele seiner Anhänger treu. Warum ist das so? Dieser Frage ist unser USA-Korrespondent Oliver Beckmeier nachgegangen.

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