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Trudeau löst Wahlkampfversprechen ein: Kiffen in Kanada bald legal

Kanada erlaubt Kiffen und Anbau von Cannabis
Kanada erlaubt Kiffen und Anbau von Cannabis Justin Trudeau löst Wahlversprechen ein 00:23

Kanadischer Senat stimmt für Legalisierung von Cannabis

Premierminister Justin Trudeau macht sein Wahlkampfversprechen wahr: Bald darf in Kanada ganz legal gekifft werden. In der Nacht zu Mittwoch hat der Senat für die Legalisierung von Cannabis gestimmt. Doch die Nation ist gespalten: Kritiker sehen eine Gefahr für Kinder, die Industrie hofft auf einen neuen, boomenden Markt.

Nation gespalten: Ist Cannabis Chance oder Gefahr?

Die letzte parlamentarische Hürde ist genommen: In etwa acht bis zwölf Wochen wird in Kanada der Anbau, Kauf, Besitz und Konsum von Cannabis legal sein – zumindest für Volljährige, in kleinen Mengen für den Privatgebrauch. In dem flächenmäßig zweitgrößten Land der Welt entsteht dadurch ein neuer, riesiger Markt. Beobachter sagen Milliardenumsätze vorher.

Cannabis-Anbau gegen die Arbeitslosigkeit

Tweed ist eines der Unternehmen, das hofft, von diesem Markt zu profitieren. Von einst vier auf inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter ist Kanadas größte Cannabis-Firma bereits gewachsen und sie will noch größer werden! Tweed hat bereits eine Lizenz und bislang hauptsächlich den medizinischen Markt versorgt. Jetzt wollen sie dem Schwarzmarkt Konkurrenz machen. "Wir werden eine große Auswahl an Produkten und Varianten haben, legal, sicher und mit hohen Qualitätsstandards, so dass man weiß, was drin ist", sagt Tweed-Manager Mario Castillo.

Besonders in Neufundland und Labrador wird Tweed mit offenen Armen empfangen. In der östlichsten kanadischen Provinz liegt die Arbeitslosigkeit bei rund 15 Prozent und damit deutlich höher als im Rest des Landes. Tweed will in der Region vier Läden und eine Anbauanlage mit Direktverkauf eröffnen. 300 Jobs sollen dadurch entstehen. Viele Menschen in Neufundland hoffen jetzt Teil dieser neuen, boomenden Industrie zu werden.

Kritiker: zu wenig Schutz für Kinder

Doch nicht alle in Kanada sind mit der Legalisierung von Cannabis einverstanden. Im Senat stimmten zwar 52 Senatoren dafür, aber auch 29 dagegen. Vor allem den Jugendschutz sehen Kritiker in Gefahr. "Ein trauriger Tag für Kanadas Kinder", twitterte beispielsweise die konservative Senatorin Linda Frum nach der Abstimmung.

Cannabis in Deutschland illegales Suchtmittel

Die Gesetzeslage zu Cannabis ist international sehr unterschiedlich. Uruguay war weltweit der erste Staat, der 2014 den Anbau und Verkauf von Cannabis unter staatlicher Kontrolle erlaubte. Einige andere Länder, wie beispielsweise die Niederlande, dulden den Anbau und Verkauf, in anderen Staaten, wie beispielsweise Malaysia, drohen harte Strafen. In Deutschland ist der Besitz, Anbau und Handel mit Cannabis-Produkten verboten. Sie gelten als illegale Suchtmittel.

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