2018 M12 18 - 22:03 Uhr

Trotz Nierenkrebs: Ava tanzt weiter

Die zehn Jahre alte Ava aus Chicago hat schon zum zweiten Mal Nierenkrebs. Doch all die Operationen und Chemotherapien halten die kleine Kämpferin nicht davon ab, das zu machen, was sie am besten und am liebsten tut: tanzen. Und das gelingt ihr so ausdrucksstark und kraftvoll, dass sie sogar schon mehrere Tanzwettbewerbe gewonnen hat. Im Video erzählt uns Ava selbst ihre Geschichte.

Ihr TV-Auftritt rührt zu Tränen

Ava ist erst drei Jahre alt, als bei ihr der seltene Wilms-Tumor diagnostiziert wird. Eine Form von Nierenkrebs, der äußerst selten ist und meist Kinder betrifft. Es folgen Operationen, bei denen Ava Teile ihrer Nieren entfernt werden. Das kleine Mädchen muss ausserdem zahlreiche Chemotherapien über sich ergehen lassen.

Sechs Jahre gilt Ava danach als krebsfrei. Doch jetzt ist die Krankheit zurückgekehrt. Seit Januar 2018 hat Ava bereits zwei Operationen und mehreren Runden Chemotherapie hinter sich. Doch die Zehnjährige ist eine Kämpferin.  Gegen all die Angst und die Schmerzen, macht sie das, was sie am besten kann. Was ihr Kraft und Stärke verleiht: sie tanzt. "Es ist etwas worauf ich mich freue, während meiner Chemotherapie", erklärt die Zehnjährige.

Die Energie und Kraft der Zehnjährigen ist wirklich außergewöhnlich. Nur drei Wochen nach ihrer letzten OP gewinnt Ava einen Tanzwettbewerb, einige Wochen später folgt der nächste Titel. Im Oktober 2018 tritt die Zehnjährige gemeinsam mit ihrer Schwester Emma bei der 'The Ellen DeGeneres Show' auf und rührt Tausende mit ihrem Auftritt zu Tränen. "Ich habe das Gefühl, dass der Tanz mir geholfen hat, weil das Tanzen mich wirklich glücklich macht und mich dazu bringt, demütig und positiv zu bleiben", sagt Ava zu Ellen. "Es lenkt mich wirklich von allem ab, was los ist."

Mit einer Kampagne will Ava anderen Betroffenen helfen

Die Kraft und die positive Energie, mit der Ava ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, ist beeindruckend. Und das tut sie nicht nur für sich selbst: Ende November startet sie den "The Ava Blaser Cancer Research and Family Support Fund". Eine Kampagne mit der sie Geld für die Erforschung des Wilms-Tumors und die finanzielle Unterstützung betroffener Familien sammeln möchte.

Was ist ein Wilms-Tumor?

Der Wilms-Tumor ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei Kindern und tritt vorwiegend vor dem 15 Lebensjahr auf. Er wird auch als Nephroblastom bezeichnet. Der Tumor wurde nach dem deutschen Chirurgen Max Wilms benannt, der 1899 in seinem Werk "Die Mischgeschwülste" diese Krebsart beschrieb.

In der Regel befällt der Wilms-Tumor nur eine Niere, nur in seltenen Fällen kann der Tumor beide Nieren gleichzeitig befallen. Oftmals wird der Wilms-Tumor zufällig beim Abtasten im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt, da erkrankte Kinder zunächst keine Beschwerden haben. Das Hauptsymptom beim Nephroblastom ist eine schmerzlose Vorwölbung der Bauchdecke. Ein selteneres Anzeichen für die Erkrankung ist Urin im Blut des Kindes (sog. Hämaturie). Anhaltende oder wiederkehrende Verstopfung oder Durchfälle sind ein weiteres Anzeichen. Auch Gewichtsverlust, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen können erste Hinweise sein.

Ein Wilms-Tumor wächst in der Regel sehr schnell und bildet frühzeitig Tochtergeschwulste (sog. Metastasen) vor allem in Lunge, Leber, Gehirn und Lymphknoten. Um den Wilms-Tumor zu verkleinern, muss das Kind sich zunächst einer Chemotherapie unterziehen. Anschließend wird der Tumor operativ entfernt.

Wie genau die Therapie im Einzelfall aussieht, hängt vom jeweiligen Tumorstadium ab. Dennoch ist die Prognose für ein Nephroblastom bei frühzeitiger Therapie gut: ungefähr 90 Prozent der Kinder können langfristig geheilt werden. Damit gehört der Wilms-Tumor zu den Krebsarten mit den besten Heilungschancen.