"Alles unter Kontrolle"

Trotz steigender Infektionszahlen: RKI-Chef Wieler bleibt gelassen

RKI-Chef Lothar Wieler bleibt angesichts der steigenden Infektionszahlen gelassen
© Imago Entertainment, Jens Schicke

27. September 2020 - 16:58 Uhr

Neuansteckungen auf Höchststand seit April

2507 Corona-Neuinfektionen – mit dieser Zahl wurde am Samstag in Deutschland der höchste Wert der Neuansteckungen innerhalb eines Tages seit April erreicht! Und bereits seit Wochen melden die Gesundheitsämter Fallzahlen, die die Tausendermarke locker überschreiten. Trotz dieser Entwicklung sieht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, die Lage in Deutschland momentan gelassen. "Zurzeit scheint noch alles unter Kontrolle", sagte Wieler der "Welt am Sonntag". Trotzdem appelliert er an die Achtsamkeit der Bürger. Denn: Die Situation könne sich jederzeit wieder ändern, wenn die Hygienemaßnahmen nicht ernstgenommen würden.

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"Ernsthaftigkeit behalten", um den Lockdown zu vermeiden

Die Fallzahlen können auch in Deutschland exponentiell steigen, betont RKI-Chef Wieler und verweist auf die Entwicklungen in Israel, Spanien und Frankreich. Er appellierte an die Menschen, sich weiter an die Regeln zu Abstand, Hygiene und Maskentragen zu halten und in Räumen zu lüften. "Wenn das alle tun, dann bin ich davon überzeugt, dass wir das gut überstehen können." Mit einem zweiten Lockdown rechnet der RKI-Chef nicht unbedingt. "Wenn wir die Ernsthaftigkeit behalten, die Achtsamkeit behalten, dann kann das aus meiner Sicht vermieden werden."

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Meisten Ansteckungen im privaten Umfeld

Derzeit steckten sich die Menschen in Deutschland hauptsächlich im privaten Umfeld an, "also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst". In Geschäften und auch in Betrieben gebe es dagegen - mit einigen spektakulären Ausnahmen - nicht viele Ansteckungen. "Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen."

Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hält Wieler zurzeit nicht für bedenklich, "wenn man Mund-Nasen-Bedeckung trägt und Abstand hält". "Ich fahre auch jeden Tag mit der S-Bahn", sagte er, räumte jedoch ein, dass das Lüften in der Bahn in der kalten Jahreszeit schwierig werden könnte.

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Quelle: DPA/RTL

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