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Trotz Patientenverfügung: Demente Oma darf nicht sterben

Trotz Patientenverfügung: Demente Oma darf nicht sterben

Großteil der Patientenverfügungen sind nicht gültig Enkelin werden Mordabsichten unterstellt
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Enkelin werden Mordabsichten unterstellt
Großteil der Patientenverfügungen sind nicht gültig

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Enkeltochter Alena wurden sogar Mordabsichten unterstellt

Monatelang an Maschinen künstlich am Leben gehalten zu werden, ohne eine Chance, dass es jemals besser wird. Für diesen Fall hat Alenas Oma eine Patientenverfügung gegen lebensverlängernde Maßnahmen aufgesetzt. Als Alena nach dem Willen der Oma gehandelt hat und sich gegen eine Sonde entschied, schaltete das Pflegeheim der Großmutter das Amtsgericht ein. Jetzt werden Alena sogar Mordabsichten unterstellt. Doch wie konnte es trotz Patientenverfügung dazu kommen?

Alenas Großmutter lebt seit zweieinhalb Jahren im Pflegeheim und leidet an einer schweren Form von Demenz. Sie kann weder sprechen, schlucken, noch essen. Sie wollte auf keinen Fall künstliche Ernährung erhalten. Ihr Leben sollte sich in Stille und Würde vollenden. Das hat sie vor vielen Jahren in einer Patientenverfügung entschieden. Als Bevollmächtigte setzte sie ihre Tochter und ihre Enkelin ein.

Als Alenas Mutter starb, musste sie die alleinige Verantwortung für ihre Oma übernehmen. Nachdem sie sich gegen die Magensonde entschied, schaltete sich das Amtsgericht ein, um sich nicht der unterlassenen Hilfeleistung schuldig zu machen. Alena wurde nicht nur die Betreuung entzogen, ihr wurden sogar Mordabsichten unterstellt.

Darauf muss bei Patientenverfügungen geachtet werden

Das Problem: Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs sind viele Verfügungen ungültig. Patientenverfügungen sind nämlich nur rechtsverbindlich, wenn konkrete Behandlungsentscheidungen getroffen werden. Genau hier liegt das Problem im Fall von Alenas Oma. Demenz wurde nicht explizit aufgeführt.

Wie es für Alena und ihre Oma weitergeht und wie Sie für den Ernstfall richtig vorsorgen, sehen Sie im Video.