Trotz Notwehr: 21-Jähriger aus Gütersloh muss nach tödlicher Schlägerei auf Bali ins Gefängnis

Giuliano L. sitzt auf Bali im Gefängnis.
Giuliano L. sitzt auf Bali im Gefängnis.

05. September 2017 - 15:39 Uhr

Gefängnis statt Strand und Party

Es sollte eigentlich ein schöner Urlaub auf Bali werden, doch für Giuliano L. aus Gütersloh endete der der Trip in einem Albtraum. Statt Sonne, Strand und Party, fand er sich plötzlich mitten in einem Gerichtsprozess wieder. Der 21-Jährige geriet vor einem Club in eine Schlägerei. Jetzt ist ein Mann tot und L. sitzt im Gefängnis, obwohl er vermutlich in Notwehr handelte.

49-Jähriger belästigte Frauen

In der Diskothek 'Paddy's Pub' in Kuta kam es im März zu einer Auseinandersetzung zwischen L. und einem 49-Jährigen aus Sumatra. Der Mann belästigte offenbar Frauen in dem Club. L. und seine Freunde gingen dazwischen. Der 49-Jährige begann daraufhin zu randalieren. Das Sicherheitspersonal griff ein und der Streit schien geschlichtet, als sich die Männer die Hände schüttelten.

Doch offenbar wartete der 49-Jährige mit seinen Begleitern vor dem Club, bis L. mit seinen Freunden herauskam. Er griff den 21-Jährigen an und L. versuchte, die Attacke abzuwehren. Er schlug nur einmal zu. Doch das reichte schon, dass der Angreifer zu Boden ging und ohnmächtig liegen blieb. Er schlug offenbar mit dem Kopf auf und wurde erst Stunden später in ein Krankenhaus gebracht, wo er mehrere Tage später an einer Hirnblutung starb.

Freunde mussten alleine nach Hause fliegen

Der junge Mann aus Gütersloh stieg in ein Taxi und fuhr zurück zum Hotel. Kurze Zeit später wurde er verhaftet. Obwohl Zeugen und auch die Türsteher der Disko bestätigten, dass der 21-Jährige in Notwehr gehandelt hatte, kam er in Untersuchungshaft. Seine Freunde mussten ohne ihn in den Flieger nach Hause steigen. Laut L.s Anwalt gibt es in Indonesien keinen Notwehr-Paragrafen, darum musste sich der Gütersloher für den Tod des 49-Jährigen verantworten.

Das Bezirksgericht in Denpasar verurteilte ihn nun zu einem Jahr und sechs Monaten Haft. Ob es dabei bleibt, ist noch nicht sicher denn die Staatsanwaltschaft hatte sich eigentlich für eine höhere Strafe ausgesprochen. Auch die Verteidigung denkt noch darüber nach, gegen das Urteil vorzugehen.