Trotz Notfall kein Bett auf Intensivstation

Personalmangel an Kliniken immer schlimmer: Schwerkranke Kinder wie die kleine Frieda werden abgewiesen

17. Dezember 2019 - 10:32 Uhr

Auch Berliner Charité kann keine krebskranken Kinder mehr aufnehmen

Das Kinderkrebszentrum der Berliner Charité kann derzeit keine neuen Patienten aufnehmen. Der Grund: akuter Pflegekräftemangel. Jede fünfte Stelle ist angeblich im Moment auf der Station nicht besetzt, sagt das Klinikum. Und ähnliche Probleme gibt es in ganz Deutschland, auch andere Kinderkliniken müssen kranke Kinder abweisen. Im Video erzählt Lisa Zattler, wie ihre schwer kranke Tochter Frieda gleich an zwei Münchner Kliniken abgewiesen wurde.

Chronisch kranke Frieda von Krankenhaus abgewiesen

Die kleine Frieda kommt mit einem Nabelschnurbruch auf die Welt. Dabei liegen Magen, Darm und Leber außerhalb des Bauches. Wegen der Fehlbildung verbringt Frieda bereits ihre ersten Lebensmonate auf der Neugeborenen-Intensivstation. Bis heute braucht das chronisch kranke Mädchen eine regelmäßige medizinische Versorgung.

Als Frieda plötzlich Atemnot bekommt, entscheidet ihre Kinderärztin: Sie muss sofort auf die Intensivstation ins Krankenhaus. Vor Ort in einer Münchner Klinik dann der Schock für die Eltern: Es gibt keinen Platz für ihr krankes Kind. Die Betten der Kinderintensivstation waren bereits alle belegt. Lisa Zattler kann immer noch nicht verstehen, dass das in Deutschland möglich ist: "Wenn sie eine Lungenentzündung hat, bleiben uns keine acht Stunden, zumindest nicht ohne Folgeschäden."

Laut Friedas Kinderärztin Nina Sellerer brauchen Kinder in Krankenhäusern das Doppelte bis Dreifache an Personal: "Das geht nicht schnell und auch der Zugang ist nicht mal eben gelegt. Das sind alles Dinge, die Zeit und Ressourcen brauchen." Sie wünscht sich wie Familie Zattler, dass die Politik endlich handelt - damit vor allem chronisch kranke Kinder wie Frieda eine sichere medizinische Versorgung erhalten.