Trotz Lebensgefahr: Paar lebt in Köln lieber im Wald, als getrennt zu werden

Sandra und Andreas vor ihren Zelten im Wald. Foto: Arton Krasniqi, Kölner Stadt-Anzeiger

26. Februar 2018 - 19:39 Uhr

Keine passende Wohnung frei

Die Geschichte von zwei Obdachlosen in Köln bewegt zurzeit viele Menschen: Sandra Kümmel und Andreas Hein leben trotz lebensgefährlicher Minustemperaturen im Moment lieber in einem Waldstück, als in freie Notunterkünfte zu gehen. Der Grund: beide möchten nicht getrennt werden und sagen, wir haben nur noch einander. Da das einzige Kölner Wohnheim für Paare voll ist, und angeblich laut Wohnungsamt keine andere Wohnung für beide zusammen verfügbar, haben sich Sandra und Andreas für den Weg ins Unterholz entschieden, berichtet der Kölner Stadtanzeiger.

Verzweifelte Situation: Ein paar Habseligkeiten in notdürftig errichteten Zelten

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Viel ist Sandra nicht mehr an Hab und Gut geblieben. Foto: Arton Krasniqi, Kölner Stadt-Anzeiger

Beide haben persönliche Geschichten hinter sich, die sie letztlich in die Wohnungslosigkeit geführt hat. Andreas flog aus der Wohnung seiner Ex-Frau, Sandra musste nach dem plötzlichen Tod ihres damaligen Partners ebenfalls das Zuhause verlassen, da sie nicht im Mietvertrag stand. Beide standen von jetzt auf gleich auf der Straße, fielen durchs Raster. Aber sie fanden sich und wollen jetzt keine Minute mehr ohne einander verbringen. Bis es eine Lösung gibt, wollen sie deshalb im Wald bleiben. Doch Sozialwohnungen sind knapp, bei Freunden können beide nicht unterkommen. So bleibt für beide nur das Waldstück bei Köln und ein paar Habseligkeiten in den notdürftig errichteten Zelten unter freiem Himmel. Als Toilette dient ein Eimer, Wasser holen sie von einer nahegelegenen Tankstelle. Gerade zur jetzigen Jahreszeit mit den knackigen Minustemperaturen ist der Aufenthalt in dem Waldgebiet lebensgefährlich.

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Im Zelt suchen Sandra und Andreas notdürftig Schutz vor der Eiseskälte. Foto: Arton Krasniqi, Kölner Stadt-Anzeiger

Hilfe vom Pfarrer

Unterstützung bekommen sie im Moment nur von der Höhenberger Pfarrei bei Köln. Aber eine Wohnung für beide gibt es dadurch auch nicht. Bisher hat sich jeder Besuch beim Wohnungsamt als Pleite entpuppt. Jetzt hoffen Sandra und Andreas, dass sie die besonders kalten Tage überhaupt heil überstehen.