Impfstoff macht Reisekonzern Hoffnung

Trotz Horror-Jahr: Tui-Chef glaubt an Sommerurlaub

Tui-Chef Joussen glaub an Sommerurlaub 2021
Relaxen am Strand: Trotz Corona glaubt der Tui-Chef, dass Sommerurlaub im nächsten Jahr wieder möglich sein wird.
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"Licht am Ende des Tunnels" bei Tui

Es gibt nicht viele Branchen, die so schonungslos von der Corona-Pandemie ereilt worden sind, wie die Reise- und Tourismusbranche. Deutschlands größte Reiseveranstalter Tui machte 2020 3,1 Milliarden Euro Verlust und rutscht damit tief in die roten Zahlen. Doch für den Konzern gibt es neben der Aussicht auf einen Impfstoff noch weiteren Grund für vorsichtigen Optimismus.

Corona ruinierte Geschäftsgrundlage von Tui

Man muss kein großer Kenner der Reisebranche sein um zu begreifen, dass wenn Grenzen dicht sind, Länder Einreise-und Quarantäneregelungen verhängen, sowie Beherbergungsverbote aussprechen, Reiseveranstaltern jegliche Geschäftsgrundlage wegbricht. Und so sind die Geschäftszahlen von Tui, die der Konzern nun vorleget hat, keine Überraschung. Die Frage im Vorfeld war nicht, ob Tui Verluste zu verzeichnen hat, sondern nur wie hoch der Schaden in diesem Corona-Jahr tatsächlich ausfällt. Die Antwort: Ein Verlust von 3,1 Milliarden Euro, sowie ein Umsatzrückgang von 18,9 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich auf 7,19 Milliarden Euro bei Deutschlands größtem Reiseveranstalter. Dass der Umsatz nicht noch geringer ausgefallen ist, verdankt Tui nur den staatlichen Hilfen in Höhe von fast 2 Milliarden Euro. Dazu wurde fast ein Drittel der Mitarbeiter entlassen und gespart werden muss laut Konzernchef Joussen wegen Corona ohnehin weiter.

Buchungszahlen bei Tui im Keller

In der kürzlich angelaufenen Wintersaison verzeichnet der Reisekonzern aus Hannover 82 Prozent weniger Buchungen als im Vorjahr. Auch wenn im Sommer viele Menschen die kurzzeitig niedrigen Corona-Zahlen nutzten, um mit Tui in den Urlaub zu fliegen, konnten die warmen Monate das Geschäftsjahr nicht retten. Im Sommer liefen die Buchungen nur zögerlich an, nachdem erste Gäste wieder nach Mallorca geflogen werden konnten. Griechenland lief relativ gut, aber insgesamt buchten seit dem Neustart nur über zwei Millionen Urlauber bei der Tui. Dann kam die zweite Welle und alles wurde wieder stillgelegt.

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Tui-Chef: Nach dem harten Winter kommt wieder Sonne

Die Zahlen, die Tui-Chef Fritz Joussen präsentierte, sind vernichtend. Doch beim Blick in die Zukunft, zeigt sich der Konzernchef optimistisch. Zunächst gehe es darum „diesen Winter jetzt gut zu überstehen. Wir haben das Schlimmste jetzt gesehen“, so Joussen. Doch für 2021 sieht der Konzernchef für sein Unternehmen einen Silberstreif am Horizont: „Es gibt Licht am Ende des Tunnels und die Perspektiven für den Tourismus und für Tui sind gut. Die Aussicht auf Impfungen ab dem Jahresbeginn lässt die Nachfrage nach Sommerurlaub 2021 deutlich steigen.“

Das Verlangen nach Urlaub ist groß

Am Strand liegen, im Meer schwimmen und einfach mal abschalten: Die Menschen haben Lust auf Urlaub. Und sobald die jetzt geltenden Reisebeschränkungen aufgehoben werden, steigen auch die Touristenzahlen wieder. Obwohl noch gar nicht klar ist, wann und wie Lockerungen für die Reisebranche im Hinblick auf den Sommer 2021 aussehen, verzeichnet Tui schon jetzt zahlreiche Buchungen- Sogar 3 Prozent mehr als im coronafreien Sommer 2019, teilt der Konzern mit. Viele Menschen buchen präventiv ihre Sommerreisen, obwohl die Preise für das kommende Jahr im Vergleich zu diesem Sommer um 14 Prozent zugelegt haben. Ein Licht am Ende des Tunnels scheint also nicht nur Konzernchef Joussen zu sehen, sondern auch die Menschen, die es kaum mehr abwarten können, endlich wieder in den Urlaub zu fahren.

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