Trotz historischer Mission: Sebastian Vettel kritisiert Kurs in Le Castellet

Sebastian Vettel im Fahrerlager des Circuit Paul Ricard
Sebastian Vettel im Fahrerlager des Circuit Paul Ricard
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21. Juni 2018 - 17:55 Uhr

Die Formel 1 ist zurück in Frankreich

Nach zehn Jahren Pause kehrt die Formel 1 zurück nach Frankreich - in das Land, das den Motorsport erfunden hat. Ferrari-Star Sebastian Vettel ist mit der Streckenwahl nicht unbedingt glücklich. Dennoch will er die Chance nutzen, um sich erneut in den Geschichtsbüchern der Königsklasse zu verewigen - wie zuletzt mit seinem Triumph beim Grand Prix von Kanada.

Das schwere Erbe von Michael Schumacher

Der Sieg in Montreal war der erste Ferrari-Erfolg auf dem Circuit Gilles Villeneuve seit 2004 - damals steuerte Michael Schumacher den roten Renner. Der Rekordweltmeister war nicht nur Vettels Vorbild und Mentor, er ist bis heute die Messlatte für den 30-Jährigen. Die Vergleiche kamen früh, und seit seinem Wechsel zu Ferrari zur Saison 2015 wird Vettel noch stärker an Schumacher gemessen.

"Ich musste viel an Michael Schumacher denken, an seinen letzten Sieg hier", hatte Vettel nach dem Erfolg in Kanada gesagt. Beim Großen Preis von Frankreich sind die Fußstapfen Schumachers noch ein bisschen größer. In keinem Land gewann der siebenmalige Champion häufiger: Er siegte achtmal und gewann dort 2002 den bis heute "schnellsten" WM-Titel der F1-Historie.

Geburtsstätte des Motorsports

​Das war allerdings auf dem Kurs von Magny-Cours, auf dem die Formel 1 von 1991 bis 2008 gastierte. Dann wurde den Franzosen der Spaß zu teuer. Ein echter Kulturbruch, wo doch 1894 zwischen Paris und Rouen das erste Autorennen der Geschichte ausgefahren worden war. 1906 fand in Le Mans zum ersten Mal ein Rundstrecken-Rennen als Grand Prix statt. Und 1950, im Gründungsjahr der Formel 1, gehörte Frankreich mit einem Großen Preis in Reims zu den sieben Rennen des ersten Saison-Kalenders.

"Frankreich war immer Teil der Geschichte der Formel 1, auf jede erdenkliche Weise", sagt der viermalige Weltmeister Alain Prost. Sechsmal hat Prost sein Heimrennen in Frankreich gewonnen, viermal davon auf dem Circuit Paul Ricard im südfranzösischen Le Castellet, auf dem am Wochenende erstmals nach 28 Jahren wieder ein Formel-1-GP gefahren wird.

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Vettel: Es gibt bessere Strecken in Frankreich

Dem Sieger des Frankreich-Comebacks der Rennserie ist damit ein Platz in der F1-Historie sicher. Vettel und sein Ferrari-Rennstall könnten mit einem Erfolg eine Serie fortsetzen: Die letzten drei französischen Grand Prix gewann jeweils ein Pilot der Scuderia. "Ich glaube an unser Paket und unsere Stärken", verbreitete Vettel im Vorfeld Optimismus, obgleich er wie viele andere Fahrer kaum Erfahrungswerte für den 5,842 km langen und neu asphaltierte Kurs besitzt.

In einem Punkt ist sich der 30-Jährige jedoch sicher: "Ich denke, dass es bessere Strecken in Frankreich gibt", sagte Vettel und betonte: "Wenn der Frankreich-Grand-Prix im Kalender bleibt, was ich hoffe, würde ich mir einen anderen Kurs wünschen."