Zahlen für 2019

Trotz heftiger Kritik: So viele minderjährige Soldaten gibt es bei der Bundeswehr

© picture alliance / ZB, Peter Endig

15. Januar 2020 - 16:04 Uhr

Über 1.500 Minderjährige neu eingestellt

Kindersoldaten. Es ist ein Begriff, den man nicht zu Deutschland zuordnen würde. Trotzdem: Im vergangenen Jahr wurden bis November mehr als 1.500 Minderjährige von der Bundeswehr neu eingestellt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, die auf der Seite "Unter18nie.de" veröffentlicht wurde.

„Eine Armee ist kein Platz für Kinder und Jugendliche“

Das Kinderhilfswerk "terre des hommes" kritisiert das Vorgehen der Bundeswehr: Statt das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben, wie es der UN-Kinderrechtsausschuss seit 2008 fordert, stiegen die Zahlen minderjähriger  Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bis 2017 stetig an. "Damit ist Deutschland eines der wenigen Länder weltweit, dessen Militär noch minderjährige Soldaten  rekrutiert. Über 150 Länder halten den sogenannten Straight-18-Standard dagegen  ein", sagte Kinderrechtsexperte Ralf Willinger von "terre des hommes". "Eine Armee ist kein Platz für Kinder und Jugendliche." In der Bundeswehr seien junge Soldaten immer wieder schweren Rechtsverletzungen wie Vergewaltigung oder erniedrigenden Aufnahmeritualen ausgesetzt.

Laut Bundesregierung waren 288 der minderjährigen eingestellten Rekruten im vergangenen Jahr Mädchen. Seit Aussetzung der Wehrpflicht haben über 13.000 Minderjährige ihren Dienst bei der Bundeswehr angetreten.

Das Kinderhilfswerk "terre des hommes" kritisiert das Vorgehen der Bundeswehr: Statt das Rekrutierungsalter auf 18 Jahre anzuheben, wie es der UN-Kinderrechtsausschuss seit 2008 fordert, stiegen die Zahlen minderjähriger  Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bis 2017 stetig an. "Damit ist Deutschland eines der wenigen Länder weltweit, dessen Militär noch minderjährige Soldaten  rekrutiert. Über 150 Länder halten den sogenannten Straight-18-Standard dagegen  ein", sagte Kinderrechtsexperte Ralf Willinger von "terre des hommes". "Eine Armee ist kein Platz für Kinder und Jugendliche." In der Bundeswehr seien junge Soldaten immer wieder schweren Rechtsverletzungen wie Vergewaltigung oder erniedrigenden Aufnahmeritualen ausgesetzt.

Laut Bundesregierung waren 288 der minderjährigen eingestellten Rekruten im vergangenen Jahr Mädchen. Seit Aussetzung der Wehrpflicht haben über 13.000 Minderjährige ihren Dienst bei der Bundeswehr angetreten.