Trotz Freispruch im Mordfall 'Peggy': Ulvi K. bleibt in Psychiatrie

Ulfi K. bei der Ortsbegehung in Lichtenberg.
Ulfi K. bei der Ortsbegehung in Lichtenberg.
© dpa, Marcus Führer

13. September 2018 - 10:51 Uhr

Erneute Prüfung im Januar

Im Mai wurde der geistig behinderte Ulvi K. freigesprochen, nachdem er vor 10 Jahren wegen Mordes an der kleinen Peggy aus Oberfranken verurteilt worden war. Dennoch: Ulvi K. bleibt vorerst in der Psychiatrie. Ein neues Gutachten wurde ausgewertet, es sollte klären ob noch eine Gefahr für die Allgemeinheit von Ulvi K. ausgeht – denn er hatte andere Kinder missbraucht, gilt dafür aber als nicht schuldfähig.

Dieses Gutachten "sei nicht so ausgefallen, dass über eine sofortige Entlassung entschieden werden müsse", sagte Thomas Goger, Sprecher des Landgerichts im bayrischen Bayreuth.

Im Januar 2015, beim nächsten regulären Überprüfungstermin, wird erneut beurteilt, ob Ulvi K. frei gelassen werden kann. Er wurde im Mai im Mordprozess um Peggy frei gesprochen. Der Fall war neu aufgerollt worden, weil raus gekommen war, dass er sein Geständnis unter Druck abgegeben hatte und es dem Tathergang, den die Polizei damals vermutet hatte, sehr ähnlich war. Bereits im ersten Prozess hatte er das Geständnis widerrufen. Auch ein Zeuge hatte zugegeben, dass seine belastende Aussage gegen Ulvi K. falsch war.

Ulvi K. sitzt bereits seit 2001 wegen sexuellen Missbrauchs in der Psychiatrie – in diesen Fällen wurde ihm jedoch aufgrund seiner geistigen Behinderung attestiert, dass er nicht schuldfähig ist. Wäre die Verurteilung wegen Mordes nicht dazu gekommen, hätte er vermutlich deutlich weniger Zeit in der Psychiatrie verbracht. Ulvi K. hätte in Therapien gelernt, dass man sich nicht vor Kindern auszieht, sagte sein Anwalt Michael Euler zum Zeitpunkt des Freispruchs.

Was ist mit Peggy?

Nach dem Freispruch von Ulvi K. sind Ermittlungen gegenüber zwei weiteren Tatverdächtigen aufgenommen worden. Im Juli, berichtete der 'Münchner Merkur' in seiner Online-Ausgabe, sei das Rathaus des oberfränkischen Ortes Lichtenberg, in dem Peggy lebte, durchsucht worden. Dabei sei festgestellt worden, dass kurz vor Peggys Verschwinden ein Kinderausweis für sie beantragt worden sei – es wurde gemutmaßt, ob sie ins Ausland entführt worden sei.

Seit 13 Jahren beschäftigt der rätselhafte Kriminalfall um Peggy Knobloch Polizei und Justiz in Bayreuth. Die damals neun-Jährige ist am 7. Mai 2001 spurlos verschwunden – eine Leiche wurde nie gefunden.