Sie ist mehr als 500 Millionen Euro wert

Trotz EU-Sanktionen wieder Wasser unterm Kiel: Russische Oligarchen-Yacht verlässt Hamburger Hafen

21.09.2022, Hamburg: Die Luxusjacht «Dilbar» wird von Schleppern aus dem gefluteten Trockendock der Werft Blohm + Voss auf die Elbe vor den Landungsbrücken gezogen. Um das Trockendock "Elbe 17" in Hamburg für Reparatur anderer Schiffe freizumachen wi
Die festgesetzte russische Luxusjacht Dilbar wird nach Bremen verlegt.
jwp sei, dpa, Jonas Walzberg

Im April 2022 wurde die russische Luxusyacht Dilbar im Hamburger Hafen festgesetzt und lag seitdem im Trockendock der Werft Blohm+Voss. Am frühen Mittwochmorgen (21.09.) hat sie trotz weiterhin bestehender EU-Sanktionen ihren Aufenthaltsort nun doch verlassen.

Luxusyacht Dilbar unterwegs als "totes Schiff"

ARCHIV - 27.02.2022, Hamburg: Komplett verhüllt liegt die Mega-Yacht "Dilbar" im Blohm+Voss Dock Elbe 17 im Hafen. Das rund 156 Meter lange Schiff soll einem russischen Oligarchen gehören. Die im Hamburger Hafen liegende Luxusjacht «Dilbar» ist entge
Die Luxusyacht Dilbar war seit April 2022 im Dock bei der Werft Blohm+Voss.
wst vco, dpa, Markus Scholz

Die mit einem Wert von mehr als 500 Millionen Euro vermeintlich teuerste Yacht der Welt wurde laut Angaben einer Sprecherin des Hauptzollamts Hamburg von Seiten der Werft Blohm+Voss verlegt. Dadurch würden keine Sanktionsvorschriften verletzt. „Die Verlegung der Jacht wird behördlich überwacht“, erklärte sie der dpa.

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Für ihren Umzug wurde die 156 Meter lange Dilbar von Schleppern aus dem Trockendock der Werft gezogen und soll laut NDR ohne eigenen Antrieb und ohne Besatzung als „totes Schiff“ nach Bremen transportiert werden. Grund für die Verlegung der Megayacht ist nach Angaben des NDR, dass diese das Trockendock im Hamburger Hafen blockiert habe und der Platz für neue Aufträge gebraucht werde. Elbabwärts soll es für die Dilbar jetzt zur Lürssen Werft nach Bremen gehen, wo sie vorerst am Pier festgemacht werden soll. Wie es dann mit der Luxusyacht weitergeht, ist bisher unklar.

Yacht gehört Oligarchen-Schwester

Im April 2022 wurde die Yacht auf Basis von EU-Sanktionen aufgrund des russischen Einmarsches in die Ukraine festgesetzt und mit einem Verfügungsverbot belegt. Fortan durfte die Dilbar also „nicht mehr veräußert, vermietet oder belastet werden“, wie ein Sprecher des Bundeskriminalamts (BKA) im Frühjahr sagte. Unter Planen verhüllt hatte die Dilbar seitdem im Blohm+Voss-Trockendock im Hamburger Hafen gelegen, an ihr soll laut NDR aber nicht mehr gearbeitet worden sein. Bei der Besitzerin soll es sich um die Schwester des kremltreuen Oligarchen Alischer Usmanow handeln. (dpa/xas)