Wer soll das noch bezahlen?

Trotz Corona-Krise: Großstadt-Mieten steigen um bis zu 12 Prozent - mit einer Ausnahme

Eine Analyse zeigt: In viele Großstädten steigen die Mieten
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26. Mai 2020 - 17:09 Uhr

Geringverdiener müssen bangen: Kurzarbeit, Lohnausfälle und steigende Mieten

Durch die Corona-Krise haben Millionen Menschen weniger Geld in der Tasche. Selbst das Zahlen der monatlichen Miete bereitet einigen Deutschen aktuell Bauchschmerzen. Jetzt zeigt eine neue Analyse: Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage steigen die Mieten weiter deutlich - und das nicht nur in den Metropolen.

Wohnen wird zum Luxusgut

In Großstädten klettern die Angebotspreise von Ende 2019 auf Anfang 2020 um bis zu zwölf Prozent - und das in 57 von 81 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern. Dies zeigt eine Analyse von immowelt, in der die Angebotsmieten von Bestandswohnungen (40 bis 120 Quadratmeter, Baujahr 2016 oder älter) in den letzten vier Monaten 2019 mit den ersten vier Monaten 2020 verglichen wurden.

"Die Nachfrage und das Angebot an Mietwohnungen klaffen in den meisten deutschen Großstädten weit auseinander. Daran hat auch die Corona-Krise nichts geändert", sagt Prof. Dr. Cai-Nicolas Ziegler, CEO der immowelt AG. "Die Zahl der Anfragen ist schon jetzt wieder auf dem Niveau vor der Krise. Der Wohnungsbau ist hingegen zum Teil ins Stocken geraten. In den engen Märkten gehen wir daher weiterhin von leicht steigenden Mieten aus."

Sonderfall Berlin : Warum sinken hier die Mieten?

Eine der wenigen Städte mit sinkenden Mieten ist Berlin. Von 10,70 Euro Ende 2019 auf aktuell 10,20 Euro pro Quadratmeter sind die Angebotsmieten zurückgegangen - das entspricht einem Minus von fünf Prozent. Großen Anteil am Rückgang hat der Mietendeckel, der seit Ende Februar gilt. Demnach werden die Mieten für fünf Jahre eingefroren. Gleichzeitig gelten Mietobergrenzen, deren Höhe von Baujahr, Lage und Ausstattung abhängt.

Größte Anstiege in Reutlingen und Mainz

Berlin ist allerdings nur ein Ausnahme: In 70 Prozent der untersuchten Städte zeigt die Preiskurve weiter nach oben. Die größten Anstiege verzeichnen dabei die kleineren Großstädte. Ganz vorne mit dabei sind Reutlingen und Mainz. In beiden Städten kostet der Quadratmeter im Mittel über zehn Euro.

Solidarität in der Krise: Vermieter unterstützen klamme Mieter

Es sind Preise, die für viele Mieter nicht mehr zu stemmen sind. Tausende haben sich in der Corona-Krise bereits wegen Geldsorgen an ihre Vermieter gewandt. Jörg Neuhaus aus dem niedersächsischen Bad Nenndorf greift seiner Mieterin seit Wochen unter die Arme. Auch Stefan Reuther vermietet Eigentum und hat seinen Mietern angekündigt, die Miete in den kommenden Wochen zu halbieren. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

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