Trotz Corona-Krise

Geldanlage: Die Deutschen sparen mehr - und warten ab

Die Deutschen legen in Zeiten Corona lieber Geld zur Seite, als es auszugeben
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22. April 2020 - 17:03 Uhr

Die Deutschen sind in Sparlaune

Auch wenn viele Menschen Einkommenseinbußen wegen der Corona-Krise haben, werden die Deutschen einer Studie zufolge mehr Geld auf die Hohe Kante legen als im Vorjahr. Laut Berechnungen der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank (DZ) wird die Sparquote in diesem Jahr auf 12,5 Prozent von 10,9 Prozent im Vorjahr klettern. Die Sparquote bezeichnet den Anteil der Ersparnis am verfügbaren Einkommen. Die Frage ist nur: Wo legt man das Geld rentabel an?

Sparen statt Konsum

Vor allem Verunsicherungen über Arbeitsplatzsicherheit und Einkommensaussichten trügen laut DZ zu einer stärkeren Sparneigung bei. Beim Kaufen und Konsumieren schränkten sich die Deutschen dafür ein. Langlebige Güter wie Autos würden gerade kaum angeschafft, außerdem fielen durch Lockdowns Ausgaben für Urlaubsreisen, Freizeitaktivitäten, Kleidung, Restaurant- und Friseurbesuche weg.

Wenig Zinsen für krisensichere Produkte

Für viele Sparer stellt sich allerdings gerade die Frage, in welcher Form sie Geld beiseitelegen sollen. Klassische Tages- und Festgeldanlagen gelten zwar als krisensicher, werfen aber kaum Zinsen ab.

Mutigere Anleger haben in diesem Jahr schon einiges mitgemacht, denn die Corona-Krise hat Börsen weltweit in Schockzustände versetzt. Dennoch nutzen einige von ihnen die Krise. Denn Experten rechnen schon in diesem Jahr mit erheblichen Kursgewinnen, auch wenn die Krankheit erstmal noch bleibt.

Experten meinen aber auch: Erst wenn die Pharmabranche Medikamente oder gar einen Impfstoff gegen das Coronavirus gefunden hat, wird sich die wirtschaftliche Situation laut Experten stabilisieren und mit ihr auch die Börsenkurse.

Immobilien könnten günstiger werden

Wer darüber nachdenkt, Erspartes in eine Eigentumswohnung oder in ein eigenes Haus zu stecken, könnte demnächst allerdings profitieren. Yann Stoffel, Anlage-Experte von Finanztest erklärt im Gespräch mit RTL: "Die Corona-Krise, die auch eine wirtschaftliche Krise ist, kann dazu führen, dass die Immobilienpreise sinken könnten. Dann wäre es vielleicht ein bisschen früh jetzt zu kaufen, es ist aber alles nicht sicher."

Wohneigentum könnte also demnächst günstiger werden. Sicher ist aber: Die Bauzinsen sind schon jetzt immer noch niedrig. Und bei Preisen für Immobilien dürfte demnächst mehr Platz für Verhandlungen sein als bisher.