Nach monatelanger Pause

Trotz Corona: Fridays for Future demonstriert wieder fürs Klima

25. September 2020 - 7:22 Uhr

Proteste auf der ganzen Welt geplant

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut": Nach monatelanger Pause wegen der Corona-Pandemie zieht es die Klimaschützer von "Fridays for Future" in aller Welt am heutigen Freitag wieder auf die Straßen. Rund um die Erde und bei Hunderten Aktionen in Deutschland wollen sie im Rahmen eines internationalen Klimaprotesttages wieder für mehr Tempo im Kampf gegen die Klimakrise demonstrieren.

Monatelang hauptsächlich übers Internet demonstriert

Die Klimabewegung Fridays for Future hat zum Aktionstag aufgerufen, nachdem die Proteste monatelang hauptsächlich im Internet stattgefunden hatten. Die Veranstalter versicherten, dass man sich an Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie halten wolle. Fridays for Future zufolge sind weltweit mehr als 3000 "Klimastreiks" registriert, allein in Deutschland sind demnach mehr als 400 Demonstrationen geplant, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in Berlin.

Wie viele Teilnehmer das Ganze haben wird, lässt sich aufgrund der Pandemie vorab nur schwer einschätzen. Für die Veranstaltung am Brandenburger Tor sind den Organisatoren zufolge 10.000 angemeldet.

Gestreikt werden soll mit Abstand und Maske

Warum demonstrieren sie gerade jetzt wieder, wo in vielen Ländern die Corona-Zahlen wieder steigen? "Die Regierung lässt uns keine andere Wahl, als gegen ihr anhaltendes Desinteresse an einer sicheren Zukunft für unsere Generation auf die Straße zu gehen", sagte Luisa Neubauer, die bekannteste Aktivistin der Bewegung in Deutschland, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir streiken mit Abstand und Maske." Es solle auch ein Zeichen "verantwortungsbewussten, demokratischen Widerstandes einer solidarischen Gesellschaft" sein - im Gegensatz zu den Coronaprotesten der vergangnen Wochen, sagte sie. Der Aufwand, das inmitten der Pandemie zu organisieren, sei "immens".

Swedish climate activist Greta Thunberg holds a poster reading School strike for Climate as she protests in front of the Swedish Parliament Riksdagen, in Stockholm, Sweden on Friday 04 Sep., 2020. STOCKHOLM SVERIGE x10080x *** Swedish climate activis
Auch Greta Thunberg geht wieder für das Klima auf die Straße.
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Greta Thunberg: "Wir tun das, um ein Signal zu senden, dass wir diese Krise als Krise behandeln müssen."

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die vor gut zwei Jahren mit einem "Schulstreik fürs Klima" angefangen hatte, kündigte an, dass sowohl auf den Straßen als auch digital demonstriert werde. "Wir werden das auf viele verschiedene Arten tun, je nachdem, wie die Situation der Corona-Beschränkungen aussieht", sagte sie vorab. "Wir tun das, um ein Signal zu senden, dass wir diese Krise als Krise behandeln müssen." Am wichtigsten sei, darauf hinzuweisen, dass diejenigen am meisten unter den Folgen des Klimawandels litten, die am wenigsten dafür könnten.