Trotz Corona und Polizeiwarnung

Besucheransturm im Harz

Winter im Harz 26.12.2020, Torfhaus (Niedersachsen): Zahlreiche Besucher zog es am zweiten Weihnachtsfeiertag in den Harz.
Winter im Harz 26.12.2020, Torfhaus (Niedersachsen): Zahlreiche Besucher zog es am zweiten Weihnachtsfeiertag in den Harz.
© imago images/Jan Eifert, Florian Karlstedt via www.imago-images.de, www.imago-images.de

30. Dezember 2020 - 15:36 Uhr

Torfhaus im Harz: Volle Parkplätze, lange Staus

Ein Tagesausflug ins Gebirge – auf die Idee kommen gerade besonders viele. Denn die ersten Schneeflocken sind gefallen und viele Menschen haben noch frei. Der Besucheransturm führt aber zum reinsten Durcheinander: volle Parkplätze, lange Staus, kleine Verkehrsunfälle. "Es herrscht Chaos", sagt ein Polizeisprecher.

Polizei appelliert im Corona-Lockdown vergeblich an Reisende

Die Polizei Goslar informierte über den Kurznachrichtendienst Twitter über die Situation vor Ort. Bereits am Montagnachmittag kam es auf der B4 von Bad Harzburg Richtung Torfhaus zu einem kilometerlangen Stau, die Parkplätze waren komplett ausgelastet. Und auch Dienstagvormittag bahnte sich eine ähnliche Entwicklung an, wie uns Thorsten Ehlers von der Polizei Goslar berichtete. Wieder seien viele Touristen vor Ort beziehungsweise auf dem Weg, im Stau, zum Torfhausberg. Der Rückstau war bereits heute früh um 11 Uhr zu erkennen. Die Polizei appelliert an die Menschen: "Stay at home" – "Bleibt zuhause".

Kaum Platz für Rettungsgasse, Restaurants sind geschlossen

Für die Polizei ist der Besucheransturm auf Wintersport-Hotspots um die Jahreszeit nicht neu, doch mitten in einer Pandemie ist die Situation schwierig. Es sei so voll, dass das Einhalten der Abstandregeln kaum möglich sei, sagte Sprecher Thorsten Ehlers. Die größte Herausforderung sei die Sicherstellung der Rettungswege. Die Polizei behält sich vor, Straßen zu sperren, damit die Sicherheit gewährleistet ist. Durch den erneuten Lockdown sind wie überall auch im Harz alle touristischen Einrichtungen geschlossen. Auch in den kommenden Tagen gilt der dringende Appell: Bitte bleiben Sie zu Hause.

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Wegen Corona-Lockdown keine geöffneten Restaurants und kein Skifahren

Die Hoffnung auf ein paar unbeschwerte Stunden in verschneiter Landschaft hat am Dienstag auch im sauerländischen Winterberg Menschen angelockt – trotz Corona-Pandemie. Mit einem "massiven Maßnahmenpaket" will die Stadt dem Ansturm von Tagesausflüglern jetzt entgegenwirken. Unter anderem sollen die Parkplatzkapazitäten erheblich eingeschränkt werden. Dabei soll vermieden werden, dass die Besucher in Wohngebiete ausweichen. Die Maskenpflicht wird auf weitere Gebiete in der Stadt ausgeweitet.

Geplant sind auch eine personelle Verstärkung des Ordnungsamtes, um die Einhaltung der Corona-Regeln besser kontrollieren zu können. In den vergangenen Tagen seien immer wieder Verstöße etwa gegen die Abstandsregeln festgestellt worden, sagte Stadtsprecherin Tabea Kappen. Unterstützung soll die Stadt dabei von der Polizei erhalten. Auch Sicherheitsdienste sollen zum Einsatz kommen.

Chaotische Zustände im Schwarzwald und in Bayern

28.12.2020, Baden-Württemberg, Dobel: Auf einer Rodelpiste steht ein Schlitten. Trotz teils chaotischer Zustände durch zahlreiche Tagesausflügler rund um Weihnachten vor allem im Schwarzwald plant die Regierung keine Verschärfung der Corona-Regeln zu
Auf einer Rodelpiste steht ein Schlitten. Trotz teils chaotischer Zustände durch zahlreiche Tagesausflügler vor allem im Schwarzwald plant die Regierung keine Verschärfung der Corona-Regeln. Allein nach Dobel strömten Hunderte Menschen für Schlittenfahrten und Wanderungen.
© dpa, Uli Deck, ude hjb

Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb sorgten Tagesausflügler an manchen Orten für chaotische Zustände und brachten den Ordnungshütern eine Menge Arbeit. Dennoch plant Baden-Württembergs Landesregierung keine Verschärfung der Regeln. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart erklärte dazu: "Wir appellieren an die Menschen, auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen."

Dabei geht es vor allem ums Rodeln, Spazierengehen und Wandern, denn Skilifte stehen wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie still. Auch in Bayern ist die Sorge vor zu großem Andrang und Chaos groß, etwa im Nationalpark Bayerischer Wald. "Die Lage an den Parkplätzen kann vielerorts nur mit dem Wort katastrophal beschrieben werden", sagte der stellvertretende Leiter der Parkverwaltung, Jörg Müller. Einzelne Ausflügler seien "kreuz und quer durch das Kerngebiet" des Nationalparks gelaufen und hätten dadurch störungsempfindliche Tierarten wie das Auerhuhn gefährdet. Zum Jahreswechsel will der Nationalpark verstärkt Ranger einsetzen und Besucher auf die Verhaltensregeln hinweisen.