Trotz Corona: Bauprojekt Stuttgart 21 läuft zunächst weiter

Die Baustelle des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21 am Hauptbahnhof. Foto: Uli Deck/dpa
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26. März 2020 - 6:10 Uhr

Trotz aller Einschränkungen und Verbote bleibt unklar, wie sich die Corona-Krise auf das milliardenschwere Bauprojekt Stuttgart 21 auswirken wird. "Die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH befindet sich in enger Abstimmung mit ihren Auftragnehmern", teilte die Bahn auf Anfrage in Stuttgart mit. Der Betrieb auf den Baustellen des Projekts solle "bis auf weiteres bestmöglich" aufrechterhalten werden. Aussagen zu möglichen Kostensteigerungen, zu Schutzmaßnahmen auf den Baustellen und auch zu Problemen mit Bauarbeitern aus dem Ausland machte ein Sprecher des Projektes nicht.

Die Gegner fordern dagegen eine "Denkpause" für Bahn und Projekt. "Diese Gesellschaft geht anders in diese Krise hinein als sie hinauskommen wird", sagte Werner Sauerborn vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21. "Dass ausgerechnet dieses Projekt nun ohne Veränderungen weitergeführt werden soll, passt nicht in diese Situation." Nicht zuletzt auch aus Rücksicht auf die Bauarbeiter aus dem Ausland, die entweder aus der Heimat nicht auf die Baustellen zurückkehren oder aus Stuttgart nicht nach Hause fahren könnten, sei es wichtig, eine Pause einzulegen und die Pläne zu überdenken.

Sauerborn und das Bündnis fordern seit Jahren vehement einen Baustopp für das allerdings weit fortgeschrittene Projekt. Es steht für die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart und trägt nach Ansicht der Bahn dazu bei, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen. Inklusive aller Brücken und Zubringertunnel zum neuen Tiefbahnhof in Stuttgart soll das Projekt nach letzten Schätzungen 8,2 Milliarden Euro kosten. Im Finanzierungsvertrag waren im Jahr 2009 noch 4,5 Milliarden Euro festgelegt worden.

Quelle: DPA