Trotz Corona auf die Piste

Bundesregierung will Skisaison retten

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, will trotz Corona kein Verbot der Skisaison
© dpa, Jean-Christophe Bott, jcb lop

25. November 2020 - 15:55 Uhr

Skisaison soll trotz Corona unter bestimmten Kriterien stattfinden

Mit Tempo die Piste runter rasen oder gemütlich ins Tal gleiten und dabei die Aussicht genießen: Für viele ist der Skiurlaub das Highlight des Jahres. Und für die Skiregionen in Deutschland ein Garant für Millionenumsätze. Doch in diesem Jahr droht die Saison wegen der Corona-Pandemie ins Wasser zu fallen. Das will der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), verhindern und fordert, die Pisten unter strengen Hygieneauflagen zu öffnen.

Strenge Maßnahmen auf der Piste

Nur eine begrenzte Anzahl an Skipässen, strenge Abstandsregeln und kein Après-Ski: So oder so ähnlich könnte die Skisaison in diesem Jahr in den Augen von Thomas Bareiß, dem Tourismusbeauftragten der Bundesregierung, aussehen. Er will die Ski- und Tourismusbranche retten und gleichzeitig die Skifahrer durch strenge Auflagen in den Skigebieten vor Corona-Infektionen schützen: "Sicherheit geht auch im Winter vor. Aber ich bin davon überzeugt, dass Skifahren in einem gewissen Umfang und unter klaren Kriterien, wie zum Beispiel einer maximal erlaubten Anzahl von täglichen Skipässen ohne Probleme möglich ist. Wir sollten Dinge möglich machen, wo man Sicherheit schaffen kann." Die Skisaison komplett abzusagen, halte Bareiß für falsch.

Skisaison ist Wirtschaftsfaktor und Corona-Risiko zugleich

Allerdings ist es dünnes Eis, das Bareiß dort betritt. War es doch nicht zuletzt der Skizirkus im österreichischen Ischgl, der die Corona-Pandemie in Europa erst so richtig ins Rollen brachte. Trotzdem setzt er sich dafür ein, dass die diesjährige Saison nicht ins Wasser fällt – auch wegen der Tausenden Arbeitsplätze, die von der Skisaison abhängen. Die gesamte Branche sei an der Belastungsgrenze, das Öffnen der Pisten unter strengen Corona-Maßnahmen könnte für ein bisschen Entspannung sorgen. "Es wird eine finanzielle Herausforderung, aber die Menschen können sich drauf verlassen, wir lassen niemanden im Regen stehen" kündigte Thomas Bareiß an.

Die Bundesregierung plant, den Teil-Lockdown bis kurz vor Weihnachten zu verlängern. Das bedeutet, dass mindestens bis zu diesem Zeitpunkt auch die Wintersportregionen auf Touristen verzichten müssen. Vor Kurzem kündigte der italienische Regierungspräsident Conte an, Skigebiete in Italien bis mindestens 10.Januar schließen zu wollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder unterstützt diesen Vorschlag aus Italien: "Wenn wir Grenzen offenhalten wollen, brauchen wir auch eine klare Übereinkunft, was das Skifahren betrifft. Mir wäre lieber, wir würden ein einheitliches Übereinkommen auf europäischer Ebene haben: keine Skilifte offen überall beziehungsweise kein Urlaub überall." so Söder.

Österreich fordert Entschädigung für ausgefallene Skisaison wegen Corona

Auch bei unseren Nachbarn in Österreich sorgt die ausgefallene Skisaison über den Dezember hinaus für Frust. Auch hier hängen Tausende Arbeitsplätze am Skizirkus. Sollte auch hier der Skibetrieb bis mindestens 10.Januar ausfallen, bedeute das laut österreichischem Finanzminister Gernot Blümel einen Umsatzausfall von bis zu 800 Millionen Euro. Deshalb fordert er, dass wenn die Skigebiete auf Wunsch der EU bis Mitte Januar dicht bleiben, die EU auch für den Umsatzausfall aufkommen muss: "Wenn die EU das wirklich will, dann muss sie dafür auch bezahlen", rechtfertigt der Finanzminister Österreichs die Forderungen nach Entschädigungen.

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Quelle: DPA / Reuters / RTL.de