Trotz Corona: 23 Firmenansiedlungen und Erweiterungen

Ein Mitarbeiter steht in der neuen Halbleiterfabrik von Bosch an einer Maschine. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Ein Mitarbeiter steht in der neuen Halbleiterfabrik von Bosch an einer Maschine. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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10. Juni 2021 - 13:30 Uhr

Dresden (dpa/sn) - Keine Messen, geschlossene Grenzen und kaum Reiseverkehr: Die Corona-Pandemie hat den Kontakt zu Investoren im vergangenen Jahr erschwert. Dennoch hat die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) 23 Neuansiedlungen sowie Erweiterungen mit einem Investitionsvolumen von knapp 400 Millionen Euro verbucht, sagte WFS-Geschäftsführer Thomas Horn am Donnerstag. Das sei das drittbeste Jahr seit 2010. Mehr als 1000 Arbeitsplätze wurden damit neu geschaffen, rund 280 gesichert. Die Wirtschaftsförderung begleitet als landeseigenes Unternehmen Investoren und Firmen bei der Ansiedlung in Sachsen und hilft wiederum hiesigen Unternehmen, neue Märkte im Ausland zu erschließen.

Die Investoren kamen unter anderem aus Deutschland, Europa, der Schweiz und Kanada - neben den Großstädten Dresden und Leipzig profitierten auch Döbeln, Markranstädt, Freiberg und Bautzen von den Investitionen. So verkündete etwa das Schweizer Unternehmen Blackstone den Aufbau einer Pilotanlage zur Fertigung von Batteriezellen in Döbeln. Rund 30 Millionen Euro will Blackstone investieren, zunächst sollen 35 Arbeitsplätze entstehen. Horn sprach von einer Lücke in der Wertschöpfungskette, die damit gefüllt werde.

Unter anderem mit virtuellen Messen und Unternehmerreisen hat die WFS versucht, den Kontakt zu potenziellen Investoren zu halten und für Sachsen als Wirtschaftsstandort zu werben. Für die Halbleitermesse Semicon in den USA hätte das Team Nachtschichten einlegen müssen, um sich dort digital in Echtzeit zu präsentieren, erläuterte Horn. Für eine Delegation aus der Ukraine wurde eine virtuelle Unternehmerreise organisiert - mit Vorstellung von Firmen und Stadtbesichtigung.

Einen persönlichen Kontakt könne das aber nicht ersetzen, so Horn. Er geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Corona-Krise in den nächsten Jahren zeitverzögert zeigen könnten. Manche Unternehmen und Investoren zögerten angesichts der Ungewissheit. Dennoch sei auch 2021 positiv angelaufen. So hatten etwa Technologiekonzerne wie Vodafone oder Jenoptik jüngst Investitionen in Dresden angekündigt.

"Wir erleben bereits ein globales Interesse am Standort Sachsen, wenn es um Mikroelektronik und Batteriezellen geht", sagte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Sich bei diesen Technologien noch stärker aufzustellen und die Branchen zu vernetzen, darin liege für Ostdeutschland eine Chance auf einen "Vorsprung Ost."

Die Corona-Krise hat vor allem das wichtige Exportgeschäft getroffen: Im Vorjahr gingen die Ausfuhren im Freistaat um neun Prozent auf insgesamt 36,8 Milliarden Euro zurück. Aktuelle Zahlen jedoch gäben Hoffnung, so Dulig: So legte das Exportgeschäft im ersten Quartal um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Zwar liegt China noch auf Platz eins der Exportländer, aber Polen und Tschechien gewinnen als Handelspartner zunehmend an Bedeutung.

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Quelle: DPA

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