"Das war absoluter Wahnsinn!"

Bayern halten sich nicht an die Ausgangs-Beschränkungen in der Corona-Krise

Das Frühlingswetter lockt die Bayern nach draußen - trotz der Ausgangssperren.
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31. März 2020 - 9:38 Uhr

Hunderte verstoßen gegen die Regeln

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Um dem entgegenzuwirken, haben die einzelnen Bundesländer klare Vorgaben gegeben, an die sich die Menschen in dieser Krise halten sollen. In Bayern heißt das: Zuhause bleiben so viel es geht. Doch an diesem Wochenende halten sich Hunderte nicht an die Regeln, gehen spazieren, grillen in Parks, spielen draußen Fußball. Für die Polizei eine Mammutaufgabe.

Frühling lockt die Menschen trotz Corona ins Freie

Zum Start in das frühlingshafte Wochenende meldete die Polizei in fast allen Regierungsbezirken zahlreiche Einsätze in Zusammenhang mit der seit dem 21. März geltenden Ausgangsbeschränkung. Ein Sprecher der Polizei Oberbayern Nord sagte am Sonntag, die Beamten seien zwischenzeitlich von der Anzahl der Einsätze "überrollt" worden.

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Weil etwa der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten worden sei, sich Menschen in die Sonne legten oder Grillfeste veranstalteten, rückte die Polizei alleine dort mehr als 150 Mal aus. "Das war absoluter Wahnsinn", sagte der Polizeisprecher.

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Auch in der Oberpfalz beschäftigten Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen die Beamten. Hier waren sie gut 140 Mal im Einsatz. In Mittelfranken stand etwa die Hälfte aller Einsätze mit den Ausgangsbeschränkungen in Zusammenhang. "Wir sind von A nach B gefahren", sagte ein Sprecher über den Samstag.

Im südlichen Schwaben war es dagegen ruhiger. "Wir haben Berge und Hütten abgesucht, aber man hat sich an die Verbote gehalten", sagte ein Sprecher der Polizei Schwaben Süd am Sonntag.

Verstöße werden mit einem Bußgeld bestraft

Um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen, gelten Ausgangsbeschränkungen für die 13 Millionen Einwohner in Bayern. Das Verlassen der Wohnung ist - zunächst befristet bis einschließlich 3. April - nur noch aus triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen etwa der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber ausdrücklich auch "Sport und Bewegung an der frischen Luft" - das aber nur alleine oder mit den Menschen, mit denen man in einer Wohnung zusammenlebt. Wer die Regeln nicht einhält - etwa den Mindestabstand von 1,5 Metern - muss mit einem Bußgeld ab 150 Euro rechnen.