Essen UND Trinken sind tabu!

Trockenfasten: So funktioniert die effektivste Form des Fastens und das sind die Risiken

Beim Trockenfasten sind weder Essen noch Trinken erlaubt.
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18. Februar 2020 - 18:23 Uhr

Extrem, aber effektiv!

Beim Trockenfasten handelt es sich um die extremste Form des Fastens. Dabei wird nicht nur auf feste Nahrung verzichtet, wie es bei den meisten Fastenarten der Fall ist, sondern auch auf Flüssigkeit. Die Idee dahinter: Der komplette Verzicht auf Essen und Getränke soll nicht nur den Gewichtsverlust beschleunigen, sondern auch die Selbstheilungskräfte des Körpers auf ein Maximum pushen. Die Yoga-Meisterin Sophie Partik hat jüngst über ihre durchweg positiven Erfahrungen beim Trockenfasten berichtet. 

Trockenfasten ist nicht gleich Trockenfasten

Auch wenn das Trockenfasten in Deutschland wenig bekannt ist, ist die Fastenart nicht neu. Viele Kulturen weltweit praktizieren es seit Generationen als Reinigungsritual. Denn wenn der Körper nicht mit Verdauungsprozessen beschäftigt ist, kann er sich voll und ganz auf die Regeneration des Körpers konzentrieren. Russland zählt zu den wenigen Ländern, in denen das Trockenfasten auch heute noch regelmäßig praktiziert wird.

Es wird zwischen mildem und absolutem Trockenfasten unterschieden. Während beim milden Trockenfasten geduscht und die Zähne geputzt werden dürfen, wobei der Körper über die Haut Wasser aufnimmt, ist dies beim strengen oder absoluten Trockenfasten nicht erlaubt.

Das Trockenfasten hat zahlreiche Vorteile

Durchs Trockenfasten wird der Körper von Krankheitskeimen befreit, der Körper entsäuert und die Symptome vieler chronischer Krankheiten können sich bessern. Der Grund für die vielen positiven Effekte und die Stärkung des Immunsystems liegt in der Trockenlegung des Körpers: Viele Bakterien und Viren benötigen Wasser, um sich zu vermehren. Steht dies nicht zur Verfügung, sterben sie ab.

Da der Körper für sämtliche Stoffwechselvorgänge Wasser benötigt, muss er es selbst herstellen, wenn es nicht von außen zugeführt wird. Dies geschieht durch Aufspaltung der Fettdepots und innerzelluläre Prozesse – das so gewonnene Wasser wird auch als "lebendiges Wasser" bezeichnet. Zu dieser Art der körpereigenen Wassergewinnung sind allerdings nur gesunde Zellen in der Lage, sodass kranke Zellen – genauso wie Viren und Bakterien – absterben. Unser Gesundheitsstatus verbessert sich, da sich nur die guten, gesunden Zellen vermehren.  Auf diese Weise sind wir in der Lage, einige Tage ohne jegliche Flüssigkeitszufuhr von außen durchzustehen. Positiver Nebeneffekt: Die Fettpölsterchen schwinden und wir nehmen ab.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Fasten wird beim Trockenfasten übrigens ausschließlich Körperfett abgebaut. Wer hingegen "nur" auf feste Nahrung verzichtet, seinem Körper aber Flüssigkeit zuführt, baut neben dem Fett- auch Muskelgewebe ab.

Nur nicht übertreiben

Wichtig: Starten Sie langsam und nur dann, wenn sie gesund sind. Fasten Sie zunächst nicht länger als 24 Stunden pro Monat und schauen Sie, wie Sie sich fühlen. Alternativ könnten Sie auch mehrere Tage in Folge für jeweils zwölf bis 16 Stunden trockenfasten. Wenn Sie länger als drei Tage trockenfasten möchten, sollten Sie unbedingt im Vorfeld Ihren Hausarzt konsultieren – das gilt übrigens bei jeder Art des Fastens, die über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden soll.

Wer Trockenfasten möchte, muss seinen Körper schonend auf den kompletten Nahrungsverzicht vorbereiten. Reduzieren Sie die Nahrungszufuhr in der Woche vor Fastenbeginn langsam. Trinken sollten Sie jedoch reichlich. Ein guter Indikator für Ihren Trinkstatus ist die Farbe des Urins: je heller dieser ist, umso besser sind sie mit Flüssigkeit versorgt.

Die richtige Vorbereitung ist alles

Wenn Sie das Trockenfasten beenden, sollten Sie Ihren Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen.
Gemüse und Obst liefern viel Wasser und Ballaststoffe und helfen, die Verdauung wieder in Schwung zu bringen.
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Zu Beginn des Trockenfastens kann auch eine Darmreinigung sinnvoll sein. Dadurch wird der Darm entlastet und vollständig geleert, wodurch das Hungergefühl beim Fasten geringer ist und der Nahrungsverzicht folglich leichter ist.

Generell sollten Sie das Trockenfasten in einer Zeitspanne durchführen, in der Sie wenig Stress haben – daher empfiehlt sich die Urlaubszeit. Während des Fastens sollten Sie Anstrengungen durch schwere körperliche Arbeit vermeiden, um die durch das Fasten angekurbelte Regeneration des Körpers zu unterstützen.

Wenn Sie die Trockenfastenphase beenden wollen, sollten Sie genauso langsam vorgehen wie zu Beginn des Fastens. Starten Sie zunächst mit der Zufuhr von wenig Wasser. Als nächstes können Sie stark wasserhaltige Lebensmittel wie Gemüse und Obst in Ihre Ernährung integrieren, bis Sie Ihren Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnt haben und die Verdauung wieder in Schwung gekommen ist. Anschließend steht der gewohnten Ernährung in Ihrem eigenen Essrhythmus nichts im Wege.

Das sind die Risiken des Trockenfastens

Wer das Trockenfasten langsam angeht, die Dauer behutsam steigert und auf die Signale seines Körpers achtet, braucht keine negativen Folgen zu fürchten – abgesehen von den anfänglichen Symptomen der Umstellung des Körpers wie Kopfschmerzen beispielsweise. Die größte Gefahr stellt die Austrocknung des Körpers dar. Daher sollten Sie auch auf übermäßigen Sport, Saunabesuche und ähnliches während des Trockenfastens verzichten. So äußert sich eine Dehydration:

  • niedriger Blutdruck
  • Kreislaufbeschwerden
  • Herzrasen
  • Konzentrationsprobleme bis hin zu völliger Lethargie

Stellen Sie eines dieser Symptome bei sich fest, sollten Sie das Trockenfasten sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen, sollten sich die Symptome nicht bessern.

Für diese Personengruppen eignet sich Trockenfasten NICHT!

Grundsätzlich sollten nur gesunde Menschen trockenfasten. Folgende Personengruppen sollten nicht oder nur unter ärztlicher Kontrolle fasten:

  • Menschen mit Untergewicht
  • Senioren
  • Schwangere und Stillende Frauen
  • Kinder und Teenager
  • Menschen mit chronischen Krankheiten, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen

Für alle anderen verspricht das Trockenfasten – über einen begrenzten Zeitraum und gegebenenfalls unter ärztlicher Kontrolle - viele positive Effekte:

  • bessere Immunabwehr und damit weniger Erkrankungen
  • effizienter Gewichtsverlust
  • gesteigerte Fettverbrennung
  • Stabilisierung des Blutdrucks
  • verbesserte Blutzuckerwerte

Aber: Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, kann auch eine andere, weniger radikale Form des Fastens wählen. Die positiven Auswirkungen von Intervallfasten oder Heilfasten sind ähnlich, nur nicht ganz so extrem. Dafür sind aber auch die Vorgaben moderater und gerade für Menschen, die das erste Mal fasten, leichter umzusetzen.